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Danakil - die heißeste Wüste der Welt !

 

 

Am 17. Oktober 2007 flog ich erneut via Frankfurt mit Ethiopian in 7 Stunden zur "Neuen Blume" nach
Addis Abeba.

Im Vergleich zur ersten Reise Anfang September haben wir jetzt schon Trockenzeit. Das Wetter ist schön sonnig und wärmer als zur Regenzeit. Dennoch ist der 1. Tag in Addis immer etwas Zeit totschlagen. Und so steht wieder einmal der Besuch des allerdings recht interessanten Nationalmuseums zur Einstimmung auf dem Programm. Die Fahrt auf den ca. 3000 m hohen Hausberg Entoto (Addis liegt bereits zwischen 2300 und 2500 m Seehöhe) verspricht allerdings nicht den erwarteten Ausblick auf die Hauptstadt. Zu diesig und zuwenig Kontrast gibt es.

Addis ist auch eine recht häßliche Stadt, aber welche afrikanische Hauptstadt ist das nicht.
Hier der Blick morgens aus meinem Hotelzimmer.

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Jetzt beginnt aber unsere Expedition mit Hess Travel Ethiopia.
Vorerst steuern wir noch nach Süden. Erster Kaffeepause vormitags ist der Ort Debre Zeyit wo man an einem hübschem Rasthaus eine Kaffeepause machen kann. Mit Blick auf einem Kratersee.

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Wir fahren weiter nach Nordosten und gelangen immer weiter ins Tiefland. Hier im Bereich des afrikanischen Grabenbruches wirdder Kontinent zerrissen. Dies bedeutet auch eine hohe vulkanische Aktivität, wie man vorerst an dieser schwarzen Vulkanerde hier erkennen kann.

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Mittagspause gibts in der nach dem gleichnamigem Fluß benannetem Ort Awash.
Hier kann ich auch meine äthiopische Lieblingsspeise - Injera wieder probieren. Saurer Teig mit Hirse, Kartoffel, Karotten und anderen Gemüsen. Man bricht mit der rechten Hand ein Stück vom Teig und nimmt damit etwas vom Brei auf.

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Tagesziel ist die schöne und noch immer erstaunlich komfortable Bilen - Lodge im ca. auf 1000 m Seehöhe gelegenem Awash Nationalpark.
Die Hüttchen verfügen über Dusche + WC und die Anlage über ein recht gute Küche.
Leider ist dies durch die Flußnähe die einzige Moskito - Region der Tour.

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Die Region ist bereits Afar-Gebiet. Also jenes der berüchtigten Viehnomaden, die sich fremden gegenüber äußerst ablehend verhalten. Wo es früher sogar Voraussetzung für eine Hochzeit war, einen Feind zu entmannen und das Beweisstück seiner Braut zu überbringen.
Heutzutage gibt's dererlei Sitten nicht mehr, aber Touristengruppen werden schon mal gerne verschleppt (Zum Zwecke der Geldbeschaffung ?).
Im Bereich der Bilen Lodge am Anfang des Afar-Gebietes und im Einzugsgebiet der Asphaltstraße Addis Abeba - Djibouti herrscht aber noch "Afar-Tourismus" und so kann man den Dorf - Chef gegen Geld überzeugen uns sein Dorf zu zeigen und auch eine Fotografierpauschale aushandeln .....
Und die jungen Afar-Frauen und Mächen müßen sich afu Befehl des Chefs in Pose stellen.

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Kinder haben wie immer einen besondern Spaß daran fotografiert zu werden und vorallem dann die Bilder am Display zu betrachten. Da muß man achtgeben, daß einem die Kamera nicht weggerissen wird.

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Am nächsten Morgen besuchen wir eine Wasserstelle im Awash-Nationalpark, eine Tränke für die Kamele der Afar. Weil unser Guide sich jedoch weigert Fotografierverhandlungen mit den Afars zu machen.
Er möchte sich nicht die Preise für weiter Gruppen ruinieren, werden die Nomaden mit Ihren Kalashnikovs ungemütlich. Wir hätten Ihre Tiere fotografiert und nichts dafür bezahlt, wir sollen verschwinden. Man will uns hier nicht .....
So müßen wir diese idyllische Szene verlassen. Man will uns hier nicht.

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Weiter gehts deshalb wieder entlang der guten Asphaltstraße nach Djibouti. Diese Straße ist für Äthiopien von außerordentlicher Wichtigkeit. Denn mit der Abspaltung von Eritrea hat Äthiopien nun mehr keinen Zugang zum Meer und so hat man eine Kooperation mit Djiobuti abgeschloßen und nutzt diesen Hochseehafen. Entlang dieser Straße verkehren zahlreiche Lastwagen und bringen alle Güter und Waren von und nach Äthiopien.

Die Siedlungen werden immer ärmlicher je weiter wir nach Nordosten gelangen. Die Menschen jedoch überaus freundlich.

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Am Tag 2 wird in der Siedlung Logia übernachten. Sie ist vorallem ein Übernachtungsplatz für Fernfahrer auf der Addis - Djibouti Strecke. Dementsprechend "basic" sind hier auf die Unterkünfte. Dies und auch die immer größer werdende Hitze verlassen so manchen auch im freien auf zur Verfügung gestellten Betten zu übernachen.

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Am nächsten Morgen gehts noch ein kurzes Stück entlang der wunderbaren Djibouti-Asphalt Straße, doch dann zeigt ein kleiner verbeulter Wegweise "Afdera" an und rein gehts auf eine staubige Steinpiste zur südlichsten Stadt der Danakil - Wüste. Die Piste ist vorerst noch recht gut, aber bereits sehr staubig.
Hier sind noch chinesische und koreanische Straßenbau-Trupps beschäftigt Afdera an einem Salzsee gelegen mit der Haupßtstraße zu verbinden. So ist auch hier der Verkehr noch immer relativ stark. Zahlreiche Lastfahrzeuge transportieren hier das abgebaute Salz. Hier am Beginn und im Süden der Danakil-Wüste gibt es keine Kamelkarawanen mehr ....

Die Danakil ist hier eine Steinwüste und so sieht hier die typische Landschaft aus.

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Die Fahrzeuge werden aber auch hier schon am Beginn ziemlich gefordert.

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Je tiefer wir in die Danakil-Depression vordringen, desto staubiger heißer und vegetationsloser wird es

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Am späteren Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel - Afdera am Salzsee gelegen.

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Wie gesagt, Kamelkarawanen gibt's hier nicht mehr. Wegen der Piste nutzt man LKW's zum Salztransport

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Die Übernachtung erfolgt im windschifen Ort in dieser "Lodge" :-)

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In diesen Wellblächverschlägen ist es in der Nacht noch immer immens heiß. Tageshöchsttemperatur im kühlsten weil höchst gelegenstem Ort der Danakil, hier in Aftera + 41 Grad Celsius.

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Deshalb schlage ich mein Zelt im freien auf. Aber das ist es ebenfalls nicht wirklich kühl. Zudem, jedesmal wenn ich einschlafe, weckt mich das Geschrei eines Esels :-)

Interessant auch das Frühstück im angeschlossenem Restaurant :-)
Protein ist miteingeschlossen. Ansonst wäre das Brot aber auch zu trocken gewesen :-)

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Im letzten zivilisiertem Ort Afdera müßen 1 Guide und 2 Polizisten für die Danakil - Durchquerung requiriert werden. Man befindet sich im Grenzgebiet zu Eritrea und Touristen wurden schon mal entführt. Deswegen die Polizisten, die jedoch auch damals im März 2007 als 8 britische Botschaftsangehörige verschleppt wurden, chancenlos, weil 2 gegen 15 in der Unterzahl waren...
Der Guide deswegen, weil ab jetzt gibt's nicht einmal mehr Pisten ....
Unser heutiges Tagesziel: Das "Basecamp" für die Besteigung des Erta Ale.


Die heutige Etappe hat es in sich. Zig mal versanden die Fahrzeuge. Bleiben einfach stehen, und springen nicht mehr an, weil alle Filter voll Staub sind und erst ausgebaut und entstaubt werden müßen.
Zudem hat die Agentur für diese Tour bewußt nicht die neuen, sondern die alten Autos gestellt, weil diese
hier in der Danakil so beanspruch werden ....

versandeter Toyota
Abschleppen, Unterschieden von Sandblechen

Aussteigen, Ausgraben, Abschleppen, Sandbleche unterschieben und Anschieben - ein wahres Vergnügen bei 43,44 und 45 Grad Celsius in der Mittagshitze. Schatten gibts generell keinen .....

Dennoch am späten Nachmittag ist es geschafft und das "Basecamp" des Erta Ale ist erreicht.
Camp gibts hier keines. Es ist einfach das Ende des befahrbaren Abschnitts. Von hier gehts nur zu Fuß weiter. Hier wollen wir hinaus. Man sieht bereits aus der Entfernung eine dezente Rauchwolke über den Gipfel des nur 613 m hohen Vulkans. Trotz der geringen Anzahl an Höhenmeter besteigt man den Berg nur nachts. Tagsüber wäre das bei den Temperaturen wohl nicht möglich.

Der Erta Ale von unten gesehen

Nach 5 1/2 stündigen Aufstieg wären der kühlen Abendstunden erreichen wir zwischen 2 und 3 Uhr morgens den Kraterrand und erleben einen glühenden Lavasee.

Der Lavasee des Erta Ale

Es gibt weltweit nur 4 Vulkane mit aktiven Kraterseen, außer dem Erta Ale sind dies der Niryagongo der Mount Erebus und ein Vulkan in Hawai.

Nach Sonnenaufgang wandern wir zum Kraterrand und nach einem Frühstück ruhen wir etwas.
Etwas zu lange wie sich herausstellen sollte, denn erst gegen 8 Uhr steigen wir wieder zum Base Camp hinab. Was vorerst wie ein problemloses Unternehmen aussieht, wird immer mehr zu einem Rennen gegen die Hitze in der baumlosen Ebene. Die erbarmungslose Sonne zieht bei 42 Grad im Schatten, (nur den gibts auf der Strecke so gut wie nie) jede Feuchtigkeit aus dem Körper. Ich muß mir die 2 Liter Wasser auf der langen Strecke genau einteilen. Als auf den letzten Kilometern kein Strauch mehr zum Rasten im Schatten exisitiert und die Sonne gegen Mittags erbarmunslos ins Gesicht knallt, habe ich manchmal Zweifel ob ich das Lager überhaupt erreiche .... Aber 400 Meter vor dem Ziel kommt mein Afar Guide Yayu entgegen und schüttett mir kaltes Wasser über den überhitzten Kopf. Welche Wohltat ! Yayu wenn Du das hier auch nicht lesen kannst. Nochmals herzlich Dank! Das war wie Weihnachten und Ostern zusammen ! Jetzt ist mir klar, das ist auch den restlichen Weg schaffe. 100 Meter vor dem Ziel noch das restliche Wasser mit einem tiefen Schluck aufgesaugt und schon bin ich im Ziel. Hier haben die Fahrer eine Plane zwischen den Autos gespannt. Aber auch in diesem Schatten ist es dermaßen heiß (+42 Grad), daß man sich eigentlich nicht erholen kann. Nach dieser Tortur nahe dem Hitzeschlag kann ich dann 2 Tage nur flüßige Nahrung zu mir nehmen, was mir die Kraft langsam ausgehen läßt .....

Weil es ohnehin zu heiß zum Rasten ist, fahren wir weiter in Richtung Dallol. Auch im Auto knallt mir die Sonne noch 3 Stunden durch die Scheibe ins Gesicht ..... Wann endet dieser Tag endlich ....
Er endet irgendwo im Niemansland bei einem namenslosen Dorf. Die Guides haben verhandelt und man hat uns gewährt die Zelte aufzustellen.

Zelte im Niemansland der Danakil - Wüste

Schlafen kann ich trotz der Erschöpfung eigentlich kaum. + 36 Grad um 3 Uhr früh im Zelt. Zwischen 40 und 50 Grad das Trinkwasser .....

Heute morgen solls endgültig nach Dallol gehen. Aber die Pistenbedingungen sind schwer. Wir kommen nicht rasch genug voran. Unterwegs wieder immer nette Begegnungen mit Afar Kindern, für die unsere leeren Plastik-Wasserflaschen wahre Schätze sind.

Afar Kinder - Danakil

Am Nachmittag erreichen wir den Ort Hamed Ila. Einige aus Knüppeln zusammengebundene Hütten.
Dennoch das große Wunder - Vor einer Hütte ein paar Coca Cola Paletten. Und in der Hütte drinnen.
ein Kühlschrank und zwar ein funktionierender mit Coca Cola, Fanta, Sprite und Bier !

Welch Paradies dieses Hamed Ila. Für 5 Birr (ca. 40 Cent) pro Flasche lassen wir uns volllaufen ! :-)
Die Guides wollen jetzt auch nicht mehr weiter und man erzählt uns von der Touristenverschleppung im Märr und das es gefährlich sei in Dallol zu übernachten. Was auch nicht ganz unrichtig ist.
Also übernachten wir hier nochmals.

In der Abendsonne sehen wir die Salzkarawanen (ja hier gibt es noch Tiere und keine LKW's) die von der Arbeit am nahegelegenen Salzssee zurückkehren.

Salzkarawane bei Hamed Ila

Am nächsten Morgen gehts ins nahe gelegene Dallol. Diese Region ist der merkwürdigste Vulkan weltweit.
Der einzige Vulkan dessen Gipfel unter dem Meeresniveau liegt. Wir befinden uns zunächst 160 m unter Meeresniveau. Dies ist deswegen auch die heißeste Region der Danakilsenke. Heute dagegen ist es angenehm kühl. Nur +47 Grad Celsius mißt man. Normalerweise gibt es hier +52 bis + 55 Grad .....

Man wandert einen etwa 80 m hohen Hang aus steinharten verfärbten Salzkristallen hinauf

Dallol

und befindet sich in der Caldera von Dallol

Dallol

Ein verwirrende Mischung aus Lehm, Salz, Schwefel und Schwefelsäurepools.
Eine bizarre Landschaft wie auf einem fremden Planeten

DallolDallol

Eierschalenförmige Strukturen als Mini-Geysire

DallolDallol

Dallol ein fremder Planet

Dallol

In einer anderen Region von Dallol stehen sogenannten Schwefelpuddings in einem Becken mit Geysiren

Schwefelpuddings - DallolDallolDallol

Am nahgelegenen Salzsee Assal Ale brechen Arbeiter das Salz mit Stangen hacken es in entsprechende Formen

Salzarbeiter Assal Ale

und transportieren es auf Kamelkarawanen 170 km nach Mekele ins äthiopische Hochland.

Kamele am Assal Ale

Nach diesem intensivem aber sehr heißem Tag machen auch wir uns auf nach Mekele. Mit unseren Fahrzeugen benötigen wir jedoch nur 6 bis 7 Stunden um die drittgrößte Stadt Äthiopiens auf 1800 m Seehöhe zu erreichen. Mit jedem km gewinnen wir an Höhe und es wird spürbar kühler. Wir verlassen die Danakil Depression.

Über Mekele und Kombolcha erreichen wir in 2 Tagen über 3000 m hohe Pässe wieder Addis Abeba. Unterwegs sind wir wie immer verblüfft von der Fruchtbarkeit des äthiopischen Hochlandes. Welch ein Kontrast zur Danakil

fruchtbares äthiopisches Hochland

In Addis haben wir noch einen Tag und so stürzen wir uns in die Menschenmengeanläßlich eines christlichen Festes

christliches Fest - Addis AbebaSt. Estifanos Fest - Addis Abeba

Abends im Crown Hotel gibt es noch eine Folklorevorführung mit äthiopischem Buffet

Folklorevorführung - Crown Hotel

Bevor wir um 23.40 Uhr mit Ethiopian Airlines nach Frankfurt zurückfliegen.

Mehr Bilder insgesamt 239 befinden sich im Fotoalbum

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