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Falkland - Süd Georgien - Antarktische Halbinsel vom 7.11.2006 - 26.11.2006 mit der Aleksey Maryshev

 

 

 

 

Die Abreise dieses ehemaligen russischen Forschungsschiffes, das jetzt zu einem Touristenschiff umgerüstet wurde, sollte vom argentinischen Puerto Madryn erfolgen, weil es für das Schiff die erste Reise in der antarktischen Saison war.
Normalerweise erfolgte die Abreise in die Antarktis über Ushuaia viel weiter im Süden. Aber die Maryshev kam direkt von der Werft in den Niederlanden.
Nach Absolvierung meines argentinischen Vorprogrammes durfte ich mit fast 50 anderen Passagieren um 16.00 Uhr endlich die Aleksey Maryshev boarden.
Um 18 Uhr sollte das Schiff bereits in Richtung der Falkland Inseln abdampfen.

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Alle Passagiere befinden sich auf dem obersten Deck und erwarten gespannt den Beginn ihrer Traumreise

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Schließlich setzt sich die Maryshev wirklich in Bewegung und das Abenteuer Antarktis kann beginnen.
Sonnenschein und ruhige See geleiten uns Puerto Madryn hinaus, abends hält unser Expeditionsleitung im Speisesaal, der gleichzeitig als "Konferenzzimmer" dient die erste Besprechung ab und nehmen unser erstes Abendessen auf dem Südatlantik ein.
Spät geht es in die engen aber zwecksmäßigen Kabinen.
Komfort gibt es hier nicht, die Maryshev war ja schließlich nicht Luxusdampfer, sondern als Forschungsschiff zur Versorgung russischer Stationen in der Arktis konzipiert.
Am darauffolgenden Morgen gibt's die obligatorische Rettungsübung (das Anlegen der Schwimmwesten, das Aufsuchen der Rettungsboote muß binnen 24 Stunden nach dem Ablegen geübt werden).
Noch immer herrscht fast spiegelglatte See und Sonnenschein.
Nachmittags dann das erste Briefing über die Sicherheit bei Zodiac-Operationen, Anlandungen und antarktischen Verhaltens-Codex.
Abends noch immer phantastisches Wetter, spiegelglatte See - ganz untypisch für den sonst rauhen Südatlantik.
Aber während der Nacht und gegen Morgen dann immer stärk werdende Schiffsbewegungen. Beim Frühstück fehlt dann gut die Hälfte oder noch mehr der Passagiere. Ich kann den Tag auch nur in der horizontalen in meiner Kabine verbringen. Das Sitzen, Aufstehen und Bewegen verursacht Schwindelgefühle und sofortige Übelkeit. Die Seekrankheit hat zugeschlagen. Mittlerweile ist die Fortbewegung durch die stark bewegte See auch nicht ganz ungefährlich und eine Reiseteilnehmerin stürtzt auf Deck auf den Hinterkopf, sodaß unsere Schiffsärtztin heute sehr gefragt ist.
Da der heftige Wind auch noch gegen uns ist, können wir heute am 2. Tag unser geplantes 1. Ziel, die Anlandung im Westen der Falkland - Inseln nicht erreichen.
Statt der möglichen 12 Knoten konnte das Schiff wegen der starken Strömung nur etwa die Hälfte machen.
Ist auch ganz gut so für mich, ich hätte wohl auch nicht teilnehmen können, wegen dieser Seekrankheit.
Der Expeditionsleiter beschließt daher die West-Falklands auszulassen und direkt nach Stanley der Hauptstadt der Falkland-Inseln weiterzufahren.
Hoffentlich geht's mir morgen besser, denn die Falkland's will ich nicht verpassen.Heute hab ich auf alle Mahlzeiten verzichtet und mich nur in der Kabine liegend aufgehalten.
Und wirklich am morgen ist der Wind (für mich war's schon ein Sturm - die Matrosen lächelten nur müde drüber ....) gänzlich abgeflaut und nach Abwicklung der Einreiseprozedur können wir mit den Zodiacs Stanley der Hauptstadt der Falkland Inseln einen Besuch abstatten.

 

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