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Die Antarktische Halbinsel

 

 

Die starken Winde vom Drygalski - Fjord in Südgeorgien steigerten sich als wir die offene See erreichten zum Sturm, schon das Abendessen war nur mehr spärlich besucht.
Die Seekrankheit hatte wieder zugeschlagen. Während der Nacht steigerte sich das ganze noch und es gab bis zu 15m hohe Wellen, die das Schiff so stark schaukelten, daß man glaubte aus dem Bett zu fallen. Alles mußte sorgsam verstaut werden. Stühle purzelten durch die Kabine, die Decks wurden gesperrt. Man sollte nur die unbedingt nötigen Wege im Schiff, d.h. zur und von der Toilette und in den Speisesaal zurücklegen.
Alles andere wäre nicht ungefährlich. Der Aufenthalt an Deck wurde verboten.
Am Morgen war der Wind noch immer sehr heftig, das Frühstück mußte ich entfallen lassen, weil trotz Medikamente die Seekrankheit auch bei mir wieder zugeschlagen hat.
Die Lektionen am Vormittag über wurden abgesagt ....
Da der Sturm auch noch gegen die Fahrtrichtung des Schiffes blies, verloren wir auch noch Zeit, und so wurde die Überfahrt von Südgeorgien zur Antarktischen Halbinsel um fast einen Tag länger als geplant.
Eine geplante Landung auf den auf halbem Weg liegenden Süd Orkney Inseln wurde einerseits aus Zeitgründen, andererseits aus "Eis"gründen abgesagt.
Wir waren mitten in der Scotia - See und der südliche Ozean zeigte seine Gewalt mit aller Macht.
Am 2. Tag der Überfahrt flaute dann der Wind deutlich ab und es gab die ersten Tafeleisberge zu sehen.
Diese Form ist deshalb so charakteristisch für die Antarktis, weil von den Schelfeisen (das Rossschelfeis ist so groß wie Frankreich, das Ronne-Filchner Schelfeis ist etwas kleiner), kilometerlange Tafeleisberge abbrechen und nach Norden treiben.
Der größte Eisberg hatte eine Länge von mehr als 300 km ....

Tafeleisberg auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel
Tafeleisberg auf dem Weg in die Antarktis

Wenn diese durch Wind und Wasser erodieren, nehmen sie oft bizarre oder einfach nur schön abgerundete Formen an.

abgerundeter Eisberg
Eisberg

Die Temperatur fällt auf 0 Grad und am 4. Tag der Überfahrt, kurz vor der Antarktischen Halbinsel tauchen nicht nur Eisberge sondern auch das erste Meereis auf.

Tafeleisberg vor der Antarktischen Halbinsel

Am Horizont zeichnet sich bereits das Antarktische Festland ab

Eisschollen vor der Halbinsel

Davor Robben die es sich auf Eisschollen gemütlich machen

Robbe auf einer Eisscholle

Kurz vor der Antarktischen Halbinsel wieder große Tafeleiseberge

Schließlich erscheinen die Danger - Inseln am Horizont. Dies sind die letzten Inseln die im Norden der Antarktischen Halbinsel und somit dem Festland vorgelagert sind.

Danger Islands

Endlich erreich wir nach fast 4 tägiger Überfahrt von Südgeorgien unser heutiges Tagelsziel. Die winzige Paulet-Insel in der Weddel-See ist der Antarktischen Halbinsel im Osten vorgelagert. Also noch immer nicht auf dem Antarktischen Kontinent, aber bereits deutlich südlicher als die Spitze der Halbinsel gelegen. Die Paulet-Insel wird vorallem wegen der Adelie-Pinguin Kolonie besucht.


Paulet Island
Adelie - Pinguinkolonie auf Paulet Island

Der Adeliepinguin wird nur etwa 55 cm groß und 4 -5 kg schwer. Er baut sein Nest aus Kieselsteinen und brütet hauptstächlich im Küstengebiet rund um die antarktische Halbinsel und den vorgelagerten Inseln.

Adelie Pinguin - Paulet Island Adeliepinguine Paulet Island

Auf Paulet Island befindet sich auch die Überreste einer Hütte die Kapitän Larsen zum Überwintern diente.

Larsen Hütte - Paulet Island

Die Hüttenüberreste werden heute natürlich auch von den Adelies in Besitz genommen

Adelie Pinguine in der Larsen Hütte - Paulet Island

Blauaugen-Koromorane brüten hoch auf erloschenen Vulkankegeln

Paulet Island Blauaugen - Kormoran

Natürlich gibt es so auch zahlreiche Weddel-Robben die es sich an den Stränden der Paulet-Insel gemütlich machen

Weddel Robbe - Paulet IslandWeddel - Robbe auf der Paulet Insel

Auch Adelies thronen auf kleinen Eisschollen am Strand von Paulet

Adelie Pinguine - Paulet Island

Nach dem 3 stündigen Aufenthalt erkunden wir die Umgebung von Paulet mit den Zodiacs.
Wo wir von faszinierenden Eisgebilden bezaubert werden.

Eisberg - Paulet Island
Eisberg - Paulet Island


Mit den Zodiacs kommen wir den Eisbergen zum Greifen nah.
Leider ist der Himmel bedeckt und so das Licht nicht 100%ig optimal.

Zodiac Cruise - Paulet Island Eisberge - Paulet Insel

Am nächsten Tag gehts durch für das Schiff harmloses Treibeis zur Nordspitze der Antarktischen Halbinsel, wo wir bei Brown Bluff unseren ersten Landgang auf dem Antarktischen Kontinent versuchen wollen.

Treibeis vor dem antarktischen Kontinent

Vorerst zeigte sich der Antarktische Kontinent noch im relativ dichten Morgennebel.


Brown Bluff

Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, daß das heute ein phantastischer Tag werden könnte, wenn sich der Nebel lichtet.
Und so war es dann auch. Je mehr der Tag foranschritt, desto schöner wurde das Wetter, desto mehr gewann die Sonne die Überhand. Nun wurde auch klar, warum dieser Platz Brown Bluff genannt wird.

Brown Bluff Brown Bluff

Endlich war es soweit. Die Aleksey Maryshev ankerte vor der Küste


Aleksey Maryshev ankert vor Brown Bluff

Und da die See spiegelglatt war, erreichten wir mit den Zodiacs unsere 1. Anlandungsstelle in der Antarktis: Brown Bluff

Brown Bluff

Hier fallen sofort die braune Tafelberg-Formation auf, die irgendwie an das Monument Valley in Utah erinnert ....

Tafelberg Brown Bluff

als auch die bizarren von Moos bewachsenen Felsformationen am Strand

von Moos bewachsene Felsformationen bei Brown Bluff von Moos überwachsene Felsen am Strand von Brown Bluff

Adelie- und Eselpinguine bilden hier das Bergrüßungskommitee


Adelie Pinguine + Eselspinguine  bei Brown Bluff

brütender Eselspinguin

Anschließend geht es mit den Zodiacs einer gewaltigen Gletscherabbruchkante entlang zum Schiff zurück.

Gletscherabbruch bei Brown Bluff

Gletscherabbruch - Brown Bluff
Am nächsen Tag auf unserer Fahrt an der Westseite der Antarktischen Halbinsel entlang nach Süden herrscht herrlichstes Wetter. Antarktis zu den bestmöglichsten Konditionen wie unsere Expeditionsleiter über Lautsprecher verkündet. Und alle stürmen an Deck um solche Bilder zu genießen.

Fahrt durch die Gerlach Strasse Gerlach Strasse - Antarktische Halbinsel

Schon am frühen Vormittag ankert unser Schiff in Foyn Harbour und unsere Zodiacs werden zu einer Zodiac-Cruise ins Wasser gelassen,

Zodiac Cruise Foyns Harbour

wo wir von der faszinierendsten Eis- und Gletscher-Landschaft immer wieder aufs Neue gefesselt werden.


bizarre Eisberge - Foyns Harbour
Eisberge bizarrer Eisberg - Foyns Harbour

Durch dieses Eistor steuert unser Zodiacfahrer verbotenerweise, oder leichtsinnigerweise das Schlauchboot.

Eistor - Antarktische Halbinsel
Eistor - Antarktische Halbinsel

Und immer wieder solche Szenarien

Eislandschaft - Foyns Harbourfaszinierende Eisberglandschaft - Foyns Harbour
steil aufragender Eisberg - Foyns Harbour


Jetzt kein Eistor, sondern ein Eisberg mit Loch, diesmal unpassierbar :-)

Eisberg mit Loch - Foyns HarbourEisberg mit Loch
Eisberg mit Loch - antarktische Halbinsel

In Foyn Harbour wurde früher auch Walfang betrieben, deswegen rosten hier noch heute einige Schiffswracks.

Schiffswrack - Foyn Harbour Schiffswrack Foyn - Harbour

Zum Abschluß unserer phantastischen Zodiac - Kreuzfahrt nochmals dieses Gebilde

faszinierendes Eisgebilde - Antarktische Halbinsel
faszinierendes Eisgebilde - Foyn Harbour
faszinierendes Eisgebilde - Foyn Harbour
faszinierendes Eisgebilde - Foyn Harbour

Wieder an Bord der Aleksey Maryshev gab es vorerst ein nettes Barbecue an Deck bei sonnigstem Wetter und anschließend nahm unser Schiff fahrt auf weiter südwerts Richtung Wilehlmina Bay, wo es folgendes gigantisches Gebirgsszenario zu bewundern gab

Landschaftsszenario - Wilhelmina Bay
Wilhelmina Bay Wilhelmina Bay

Absolut außergewöhnlich und phantastisch ist auch die Himmelszeichnung

Wilhelmina Bay - Errera Channel
Himmel über Wilhelmina Bay - Antarktische Halbinsel

Nach dieser phantastischen Passage landen wir auf unserem südlichsten Punkt dieser Reise, auf mehr als 64 Grad südlicher Breite auf Cuverville Island und finden hier erstmals einen Stoßzahn eines Wals.

Walstoßzahn auf Cuverville Island

Begrüßt werden wir hier von Gentoos oder auch Eselspinguinen auf deutsch.

Eselspinguine auf Cuverville Island Eselspinguine - Cuverville Island

Cuverville war unsere letzte Insel auf der "Halbinsel" denn wir müssen uns leider auf den Weg nach Norden zu den Süd Shettland Inseln machen.
Dies allerdings bei gleissendem Sonnenschein, bei der sich die grandiose Natur der Antartkis noch einmal in aller Pracht zeigt.


Gleissender Sonnenschein - Gerlache Strasse
Gerlache Strasse
Gerlache Strasse
Eisberg - Gerlach Strasse


Mehr Bilder insgesamt 724 finden sich in der Fotogallerie.

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