

Nach erneuter 2 1/2 tägiger Seefahrt, die diesmal jedoch erfreulich ruhig verlief, erreichten wir Süd Georgien. Das heißt genauer gesagt, die Salisbury Plain auf der geschützten Nordküste der Insel.
Beim Anlanden werden wir von einem Empfangskomitee begrüßt.
Süd Georgien ist ein Pinguin - Paradies .
Hier bei den Salisbury Plain gibt es einen Königspinguin-Kolonie von 250.000 Exemplaren.
Der Königspinguin ist der 2. größte Pinguin von insgesamt 17 Pinguinarten.
Er wird bis zu 90 cm groß und bis zu 15 kg schwer
Charakteristisch ist die Gelbfärbung am Kopf und Schnabel
Die Küken obgleich fast gleich groß wie die Erwachsenen haben braunes Gefieder
sie warten auf die Rückkehr Ihrer Eltern und darauf gefütert zu werden.
Die Suche der Eltern nach Ihren Küken kann mehrer Stunden dauern.
Kein Wunder bei so einer großen Kolonie. Sie erkennen sich am Geschrei.
Aber auch andere Vögel finden sich in Salisbury Plain.
Ich bin kein Ornithologe, aber dies dürfte ein Brown Skua sein.
Aber natürlich gibt's hier auch noch andere Tiere, Säugetiere sogar.
Und zwar so viele, daß man oft gar nicht anlanden kann, weil diese manchmal den ganzen Strand für sich beanspruchen.
Pelzrobben. Vorallem die jugen Männchen können recht agressiv werden, wenn man ihr für uns unsichtbares Territorium überschreitet.
Gemächlicher weil träger, sind diese Giganten.
Die bis zu 6,5 m langen und bis zu 3,5 Tonnen schwergen See-Elefanten sind die größten Robben.
Nach einem 3 stündigen Aufenthalt geht es weiter zu Prion Island um die Albatross Kolonie auf Prion Island zu besuchen.
Leider ist hier der Seegang zu hoch um eine sicher Anlandung mit den Zodiacs zu gewährleisten, sodaß dieses geplante Highlight ausfallen muß.
Wir fahren daher zur nächsten Anlandungsmöglichkeit Godthul weiter.
Bei strahlendem Sonnenschein wandern wir hier zunächst über das so typische Tussock-Gras einen kleinen Bergrücken hinauf
Denn hier brüten hoch oben auf dem Berg Gentoos oder Eselspinguine
Die Gentoos sind viel kleiner als die Königspinguine, auch anders gefärbt,
Faszinierend sind aber auch einfach nur die großartigen Landschaftseindrücke, die Südgeorgien bietet.
Vergletscherte Bergspitzten, Tussock - Gras und Forde
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel - der "Hauptstadt" Süd Georgiens - Grytviken passieren wir eine phantastische Fjordlandschaft
Schließlich erreichen wir die ehemalige norwegische Walfangstation Grytviken, wo sich heute am King Edward Point die moderne "Hauptstadt" Südgeorgiens mit 12 Einwohnern befindet. Im Prinzip ist dies nur eine wissenschaftliche Station, die vielfältige Aufgaben hat. So etwa die Überwachung der Fischerei, des Kreuzfahrttourismus, des Naturschutzes und einfach die der britischen Präsenz.
Nachdem auch hier die Einreiseprozedure erledigt ist, erfolgt die Anlandung im historischen Teil Grytvikens.
Am Friedhof von Grytviken
hier ist der große Sir Ernest Shackleton begraben, der hier bei seiner letzten Expedition einer Herzattacke erlegen ist.
Shackleton bekannt für seine (gescheiterten) Versuche den Südpol zu erreichen, aber vorallem auch für seine abenteuerliche Expedition 1915.
Als Transantarktis Expedition, also als Überquerung des Kontinents geplant (Der Pol war zuvor bereits von Amundsen und Scott erreicht worden) wollte er mit seinem Schiff Endurance weit in die Weddel-See eindringen.
Die Endurance wurde jedoch vom Packeis eingeschlossen und schließlich zerdrückt.
Shackleton evakuierte seine Mannschaft und sie schleppten Ihre kleinen Boote über Packeis, bzw. fuhren über offenes Wasser bis nach Elephant Island in den Süd Shettlands. Von hier aus waren es noch immer 1300 km bis zur Zivilisation nach Südgeorgien. Also segelte Shakleton mit einem kleinen Teil seiner Mannschaft im Beginnenden Süd-Winter (!) in einem kleinem offenen Boot 13 tage lang über eines der rauhesten Meere durch Stürme bis zur Südküste nach Südgeorgien um Hilfe zu holen. Hier landete er jedoch an der unbewohnten Südküste. Die Walfangstationen befanden sich jedoch an der Nordküste.
Also entschied Shakleton, daß sie ohne Pause marschierten, das bedeutet, Südgeorgien über 3000m hohe vergletscherte Berge überquerten um Hilfe für die auf Elephant Island ausharrende Mannschaft zu organisieren. Nach einem Gewaltmarsch von 37 Stunden erreichten sie endlich halb erfroren, immer von tödlichen Stürzen in Spalten bedroht die Walfangstation Stromness. Und hier konnte wirklich Hilfe organisiert werden.
Während des Südwinters gelang einem chilenischen Marineschiff nach mehrmaligen Versuchen das sich bereits gebildete Wintereis vor Elephant Island zu durchbrechen und die dort verbliebene, sich von Pinguinen und Robben ernährende Mannschaft zu retten.
Shakleton hatte unter diesen mörderischen Bedinungen keinen einzigen Mann verloren !
In unmittelbarer Nähe des Friedhofs haben es sich Pelzrobben gemütlich gemacht.
.jpg)
See-Elefanten fühlen sich hier auch wohl
Obwohl schon seit einiger Zeit aufgeräumt wird, sieht man in Grytviken noch immer Überreste aus der grausigen Walfangzeit. Von 1904 - 1965 wurden hier 54.100 Wale verarbeitet, tausende Robben erschlagen, Pingunie lebendig in die Öfen geworfen.
Gottseidank hat das Abschlachten heute ein Ende und die moderne Verwaltung bemüht sich sehr um den Naturschutz.
Die Kirche und das Museum sind die einzigen historischen Gebäude, die natürlich nicht abgerissen werden
Die Aleksey Maryshev hat abends am Pier von Grytviken festgemacht.
Auf unserem Weg zurück sehen wir zum Abschied noch diese Genossen friedlich in der Abendsonne dösen
Abends gibt es einen Vortrag von Jamie Watts, einem der 12 Grytviken Bewohner über das Leben auf Südgeorgien. Anschließend eine schönes Barbecue auf Deck zu der auch die "Grytvikener Bevölkerung" eingeladen war.
Tags darauf ging unser Südgeorgien - Abenteuer weiter und das nächstes Ziel war die
St. Andrews Bay.
Hier befindet sich die größte Königspinguin Kolonie weltweit, über 200.000 Tiere und auch sehr viele See-Elefanten (mehr als 6.000)
Es wird zwar eine nasse Landung, aber wenn man dafür ausgerüstet ist, spielt das keine Rolle.
Dafür wird man dann mit einem herrlichen Tierleben belohnt
Die See-Elefanten sind hier aufmerksamer als in Grytviken. Kein Wunder, denn Anlandungen in St. Andrews Bay sind wegen des starken Seegangs eher selten.
Die Kühe der See-Elefanten sind viel kleiner als die Bullen, es fehlt auch der charakteristische Rüssel
Ein großartiges Erlebnis ist es, wenn die Bullen laut grunzend ihre Kämpfe um das Territorium austragen.
Natürlich gibt's auch hier eine gewaltige Ansammlung hunderttausender Königspinguine
Am nächsten Tag war Cooper Bay unser Ziel für eine Anlandung.
Auf dem Weg dorthin sahen wir die ersten (noch kleinen) Eisberge die aus der Antarktis bis nach Südgeorgien drifteten.
Aber auch die Fjord- und Berglandschaft Südgeorgiens zeige sich von seiner spektulärsten Seite
Hier fanden wir ein weitere Pinguin-Art vor. Die drolligen Goldschopf- oder Macaroni-Pinguine. Sie nisten nicht direkt am Strand, sondern auf höherem Terrain im Inneren.
Aber auch eine Albino - Pelzrobbe hatten wir entdeckt
Die Rückkehr auf das Schiff mit den Zodiacs entwickelte sich zu einem Abenteuer, denn der Wind hatte bereits eine Stärke von etwa 70 - 80 km/h erreicht und die Gangway war ein sich stark bewegendes Ziel, der auf- und abtanzende Zodiac erschwerte den letzten Schritt ganz gehörig. Schließlich ging alles gut und jeder erreichte wohlbehalten die Maryshev. Der letzte geplante Landgang in Südgeorgien sollte Larsen Harbour, ein Seitenarm des Drygalski - Fjords ganz im Süden der Insel sein.
Der Wind hatte jedoch jetzt beinahe Sturmstärke erreicht und eine Zodiac-Operation war so natürlich unmöglich.
Der Wind war so stark, daß man an Deck des Schiffes kaum stehen konnte.
Trotzdem durchfuhr die Maryshev den Drygalsk - Fjord in seiner ganzen Länge.
Zum Abschluß von Südgeorgien sahen wir noch dieses Naturereignis.
Schließlich wendete der Kapitän die Aleksey Maryshev und das Motto hieß, volle Kraft voraus zur Antarktischen Halbinsel !!
Mehr Bilder insgesamt 384 finden sich in der Fotogallerie.