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Brasilien !

 

 

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Karte Chile

Am 1.11.2008 flog ich von via Paris CDG in 11 Stunden nach Rio de Janeiro.
Enttäuschend war die Temperatur von nur +20 Grad am Morgen in Rio. Beim Abflug in VIE hatte man nachmittags am 1.11. immerhin +17 Grad gemessen.

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Die ca. 1/2 stündige Fahrt direkt vom Flughafen ins Hotel Sofitel Rio direkt an der Copacabana führte an den so berüchtigten Favelas den Elendsvierteln von Rio vorbei. Angeblich sollen ja schon Autos auf der Fahrt vom Flughafen von Banden angehalten und ausgeraubt worden sein. Nun mir passierte nichts dergleichen. Vielleicht wollten die Banditen sonntags morgen noch ausschlafen ....
Ich hatte überhaupt nicht den Eindruck, daß Rio gefährlich sei. Freundliche Jogger und Radfahrer an der Copacabana und zahlreiche Spaziergänger, von denen man nicht erkennen konnte, ob sie nun Touristen oder Cariocas (so bezeichnen sich Rio's Einwohner selbst) waren. Es gibt auch zahlreiche hellhäutige und blonde Brasilianer.

Was auffällt sind die Häuser- und Hotelschluchten und die mehrspurigen Fahrbahnen an der Copacabana.
Letztere sind erhebliche Hindernisse, wenn man den berühmten Sandstrand der Copacabana erreichen will.

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Aber Rio ist ja vorallem auch für seine Blicke und Aussichten auf seine Buchten und Strände von oben berühmt. Deshalb stand am nächsten Tag ein Ausflug auf den Corcovado auf dem Programm. Unter dem Eindruck der Gefährlichkeit von Rio noch organisiert. Hatten doch im Vorfeld der Reise in einem Brasilienforum zahlreiche Mitglieder unbeding davon abgeraten alleine mit der Fotoausrüstung durch Rio zu spazieren.

Es fingt so an, wie ich es eigentlich nicht mag. Zuerst wurden gute 60 Minuten lang alle Hotels entlang der Copacabana nach den Teilnehmern abgeklappert bis es endlich weiter zu Talstation der Zahnradbahn ging, die durch ein dichtes Waldgebiet und durch Naturschutzgebiet auf den 710 m hohen Corcovado führt.

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Oben angekommen befindet sich dann noch die berühmte 38m hohen Christus-Statue Cristo Redentor, die man von der Bergstation der Zahnradbahn über weitere 220 Stufen, oder heute auch wahlweise über Aufzüge und Rolltreppen erreicht.

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Faszinierend sind aber vorallem die Ausblicke die sich hier von mehr als 700 m Seehöhe auf die Stadt Rio de Janeiro und ihre Buchten und vorgelagerten Inseln ergeben.
Besonders schön auch der Blick auf den Zuckerhut. Deswegen bleibt der Corcovado als beliebter Aussichtspunkt auch Wochentags von Touristenmassen nicht "verschont".

Blick auf den Zuckerhut vom Corcovado


Bei der Rückfahrt mit der Zahnradbahn dann übelstes Touristenspektakel als ein paar Stimmungsmacher bei der Bergstation zusteigen und mit Sambaklängen brasilianischen Musikantenstadel veranstalten. Zum Glück steigen diese "Musiker" dann in der Mittelstation wieder aus.

Durch die nicht wahrgenommene Kriminalität entschließe ich mich dann nachmittags mit dem Taxi zum anderen berühmten Aussichtspunkt Rios zu fahren zum berühmten Zuckerhut, den ich vormittags ja schon vom Corcovado aus gesehen hatte.
Unterwegs halte ich bei der sehr interessanten Kathedrale von Rio de Janeiro. Es gibt eigentlich nicht viele wirklich schöne Bauwerke in der Stadt aber diese Kathedrale dagegen fasziniert mit ihrer bienenwabenartigen Struktur, die irgendwie an einen Inkatempel erinnert.

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Weiter gehts dann zum Pao Azucar - Zuckerhut, wo 2 Seilbahnen (Talstation - Mittelstation - Bergstation) den Besucher dann auf den 396 m hohen Gipfel bringen. Bereits von der Mittelstation die sich auf dem vorgelagerten Morro da Urca befindet hat man interessante Ausblicke

Rio de Janeiro von der Mittelstation der Zuckerhutseilbahn aus gesehen

Von der Mittelstation gehts dann erst mit der nächsten Seilbahn weiter auf den Gipfel des Zuckerhuts

Blick von der Mittelstation der Seilbahn auf den Gipfel des Zuckerhuts

Oben angekommen war das Wetter leider sehr durchwachsen, Regenschauer wechselten mit starkem Wind und manchmal auch etwas Sonnenschein ab. Hierzulande würde man von einem Aprilwetter sprechen. Also April im November in Rio :-)

Blick vom Gipfel des Zuckerhuts Blick vom Gipfel des ZuckerhutsBlick vom Gipfel des Zuckerhuts

Am nächsten Tag bin ich dann bereits wieder am Flughafen, denn ich trete meine ersten brasilianischen Inlandsflug an: Mit der TAM von Rio nach Foz de Iguazu

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Und nach ziemlich genau 2 Stunden Flugzeit lande ich auch auf dem Cataratas Airport von Iguazu im Bundesstaat Parana. Im Dreiländereck Brasilien - Argentinien und Paraguay.

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Nur wenige Minuten Fahrzeit sind es dann vom Flughafen zum ***Hotel San Martin.
Und nach nur wenigen Minuten gehts auch gleich weiter zum Sightseeing Programm.
Vorerst gibt es einen 8 minütigen Helicopter Flug um teure 100 USD.. Was man sich da aus der Vogelperspektive so anschaut ? Ach ja das hab ich vergessen zu erwähnen :-) Ich befinde mich im Nationalpark Iguassu. Hier gibt es den größten,( nicht den höchsten das ist der Salto Angel in Venezuela, den ich 1991 bereits besucht habe), also richtigerweise den breitesten, oder noch besser gesagt die breitesten Wasserfälle der Welt zu bestaunen.
Die Iguassu Fälle sind etwa 3km breit und wenn auch nicht besonders hoch, so "befördern" sie in der Regenzeit bis zu 18.000 m3 Wasser pro Sekunde.
Vorerst wie gesagt der Helicopterflug

Helicopterflug der Helisul über die Iguassu Fälle

Das war aber hier auch gleichmal ein negatives Erlebnis. Jeweils 7 Touristen werden so in den Helicopter gepfercht, daß man kaum etwas fotografieren kann, denn wenn man nicht das Glück hat den einzigen Platz neben den Piloten zu ergattern, dann wird man in erster Linie japanische Hände und Kameras belichten. Nur ein paar kurze Videosequenzen gelingen mir von der atemberaubenden subtropischen Wasser- und Waldlandschaft.
Die andere alternative wäre ein bestimmt spektakuläre Bootsfahrt bis nah an die Fälle heran gewesen, das wäre aber auch sehr naß geworden und aus Rücksicht für die Ausrüstung habe ich darauf verzichtet.

Schön und sehr lohnend ist ein Spaziergang zu den Aussichtspunkten im Nationalpark.

erster Ausblick auf die Iguassu Fälle

Aber auch eine artenreiche Tierwelt bietet der Nationalpark von Iguassu. Jaguar den spektakulärsten Vertreter der lokalen Fauna sehe ichnatürlich leider nicht, aber einen wunderschönen bunten Tukan kann ich im Flug beobachten, aber leider nicht fotografieren. Hübsch sind auch die zahlreichen Schmetterlinge.

Schmetterling im Nationalpark Iguassu

Faszinierend sind aber die verschiedenen Ausblicke auf die Cataratas

Über Brücken gelangt hier bei der Garganta do diabo - Garganta del Diablo bei dem Teufelsrachen oft direkt mitten ins Geschehen.

Garganta del Diablo - Teufelsschlucht

Am nächsten Tag gehts über die Grenze zur argentinischen Seite der Fälle. Nur etwa 30 - 40 min. Fahrtzeit braucht man um zum Parque Nacional Iguazu zu gelangen. Die Paßkontrolle erfolgt gleich 2x bei der Ausreise aus Brasilien und dann bei der Einreise nach Argentinien. Ist aber problemlos.
Interessant, daß man hier auf dem argentinischen Teil des Nationalparks mit einer kleinen Bahn zu den Aussichtspunkten der Fälle transportiert wird, daß hat mich doch etwas an den Parque Nacional Tierra del Fuego und seinen Tren del Fin el Mundo erinnert.

Der noch ruhig fließenden Iguazu Fluß

Hier bekommt man dann auch mal einen Blick auf den ruhig fließenden Iguazu Fluß bevor er zum tosenden Wasserfall wird.10

Wo sind die Fälle schöner auf der brasilianischen oder argentinischen Seite ?
Schwer zu beantworten diese Frage, auf brasilianischer Seite kommt man dem Garganta do Diabo näher und das ist vielleicht spektakulärer, die argentinische Seite bietet mehr verschiedenartige und etwas schönere Ausblicke auf die Fälle. Also man muß beides gesehen haben :-)
Über einen Steg gelangt man in die Flußmitte direkt oberhalb der Garganta del Diabolo

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Manchmal "raucht" der Fall so stark, daß alles in ein weißes donnerndes Rauschen eingehüllt ist

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Hier ein paar Bilder von den Aussichtspunkten auf der argentinischen Seite

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Nach ca. 3 Stunden ist dann die Wanderung durch den argentinischen Teil des Nationalparks beendet und ich fahre wieder nach Brasilien zurück.
Am nächsten Tag muß ich bereits um 4.30 Uhr aufstehen, denn bereits um 6.30 fliege ich von Foz de Iguazu via Sao Paolo nach Cuiaba. Dabei vergeße ich dann beim Auschecken in aller früh im Hotel meine Kreditkarte, werde aber am Flughafen angerufen, daß ich etwas vergessen habe. Zum Glück ist das Hotel nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Also rasch in ein Taxi, die Kreditkarte abgeholt und wieder zurück zum Flughafen. Hätte nicht gedacht, daß so etwas in einem Land passiert, in dem die Krimalitätsrate so dermaßen hoch ist .....

Etwa 1 1/2 Stunden Flugzeit braucht man um von Iguazu nach Sao Paulo, der 18 Millionen Einwohner Metropole und größten Stadt Brasiliens zu fliegen. Zum Glück muß ich aber nicht hier in diesem Koloß bleiben. Ich bin nur Transit Passagier und fliege nach kurzer Zeit weiter über Campo Grande der Hauptstadt von Mato Grosso do sul nach Cuiaba der Hauptstadt von Mato Grosso. 3 Stunden dauert das, die Distanzen in Brasilien sind gewaltig.

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Cuiaba empfängt mich also gegen Mittag mit gut 35 Grad Celsius. Es ist hier bedeutend wärmer als in Iguazu oder gar in Rio. Aber es ist nicht feucht sondern eine trocken Hitze.
Von Cuiaba geht es 145 km vorerst noch auf Asphalt dann nur mehr auf Piste ins Pantanal ins größte Überschwemmungsgebiet der Erde. Hierfür sind 3 Stunden Autofahrt nötig. Am Nachmittag gegen 15.00 Uhr komme ich schließlich

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in der Pousada do Rio Mutum (am Fasanfluß) an.
Hier gibt es mehrer komfortable Bungalows (mit Air Condition, Dusche und WC)

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Hier gibt es zahlreiche bekannte Tiere

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Die Attraktion des Pantanals sind natürlich die Fauna und Flora der Flüsse - hier am Rio Mutum

Boote am Rio Mutum

Das Pantanal ist ein Paradies für Naturliebhaber und hier vorallem für Ornithologen - ein paar Kostproben

Ein Reiher


Ein Webervogel

ein Marmorreiher

KaffeevogelKaffeevögel

Kormorane

Ein roter Milan

Ein roter Milan

Der Milan im Flug


Ein mir unbekannter Vogel

und ein zahmer Ara


Ein Storch am Strand des Rio Mutum bei den Booten


Aber nicht nur Vögel hat das Pantanal zu bieten - sondern auch Säugetiere gibt's hier.
Brüllaffen mit Kinder.

und natürlich auch Reptilien, wie dieser schöne Brillenkaiman

Brillenkaiman

der auch Fischotter

Capibaras - Wasserschweine

Capibara - Pantanal

Sehenswert ist nicht nur die Fauna, sondern auch die Vegetation im Pantanal.
Auch hier ein paar Kostproben


"Teppiche" aus Wasserhyazinthen

Faszinierend sind natürlich auch die Sonnenuntergänge im Pantanal

Nach 2 wunderbaren Tagen muß ich Abschied vom Pantanal nehmen. Erneut folgt eine 3 stündige Autofahrt in die Hauptstadt Cuiaba um von hier nach Brasilia der Hauptstadt Brasiliens zu fliegen. Leider hat der Flug Cuiaba nach Brasilia mehr als 1 Stunde Verspätung, sodaß das Besichtigungsprogramm sehr hektisch und gedrängt ablaufen muß.

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Schon 1891 wurde der Beschluss gefaßt eine neue Hauptstadt für Brasilien zu bauen. Möglichst im Zentrum dieses großen Landes. Erst 1956 wurde dann in 1100 m Seehöhe etwas ganz Neues und Modernes auftrags des damaligen brasilianischen Präsidenten Juscelino Kubitschek vom Architekten Oscar Niemeyer geschaffen.
"Sehenswert" ist diese sterile Stadt, die "nur" als Verwaltungszentrum der Staatsbeamten dient durch seine hypermoderne Architektur.

Zum Beispiel die Kathdrale

Die Kathedrale von Brasilia

Eine weitere völlig von außen völlig sterile und unansehliche Kathderale

aber drinnen sieht es schöner aus


Weitere "eigenartige" Bauwerke in Brasilia

Die Juscelino-Kubitschek-Brücke führt über den Paranoá-See

Die Stadt hat aber nicht nur Beton und Stahl zu beiten sondern auch einige Grünflächen

und auch viele schöne blühende Bäume

Nach dem hektischen und gedrängten Besichtigungsprogramm geht es schon nach 2 Stunden ins ebenso hypermoderne Hotel

Brasilia

weil ich am nächsten Morgen um 8 Uhr schon wieder zum Flughafen muß. Mein nächster Flug mit der TAM führt mich nach Manaus in den größten brasilianischen Bundesstaat Amazonas.
3 Stunden beträgt die Flugzeit von Brasilia nach Manaus.
Hier will ich ein paar Tage im Amazonas Village verbringen. Dafür muß ich vom Flughafen zuerst die ganze 1,6 Millionen Einwohner zählende Stadt durchqueren um zum Hafen der am Ufer des Rio Negro gelegenen Stadt zu gelangen. Bei diesem Transfer bietet sich ein Fotostop am Teatro Amazonas dem berühmten Opernhaus das 1884 während des Kautschuk Booms gebaut wurde.

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Das Opernhaus von Manaus

Noch ein paar Impressionen aus der ehemaligen Kautschukstadt


Der Hafen von Manaus

Von hier geht es ca. 2 Stunden mit einem kleinen Amazonasdampfer flußabwärts und dann etwa eine weitere Stunde mit motorgetriebenen Einbäumen zum Amazonas Village Resort.

Wenige km flußabwärts von Manaus gibt es dann den Zusammenfluß des Weißwasserflusses Rio Solimoes mit dem Schwarzwasserfluß Rio Negro. Die beiden Ströme mischen sich jedoch nicht sofort. Erst nach einigen Kilometern ist die Vereinigung vollzogen und sie bilden den Rio Amazonas.

An so einem Seitenarm liegt dann auch das Amazonas Village Resort

Seitenarm des Amazonas

mit den hübschen aber strom- und somit auch "Air Condition" losen Hüttchen

Faszinierend ist schon die nahe Umgebung der Hütten mit ihrer tropischen dichten Vegetation

Am Amazonas will man natürlich auch Tiere sehen, wenn auch vorerst ein kleiner Lodgebewohner als Fotomodell dienen muß.

Weitere Programmpunkte sind der "Besuch" einer Caboclo Familie. Hier bei der Zubereitung von Maniokmehl

Maniokmehlzubereitung

und der Besichtigung deren "Haustiere"

Faultier

Am Flußabschnitt an der die Lodge liegt herrscht jetzt in der Trockenzeit im November ein niedriger Wasserstand. Aber in der Regenzeit von Jänner - Juli steigt das Wasser hier um mehrer Meter, sodaß zahlreiche Baumriesen meterhoch unter Wasser stehen und absterben

Eine Hütte der Caboclos am Amazonasufer

und ein Caboclo mit seinem Boot

Die Früchte am Amazonas

Jackfrucht

Die Kaokao Frucht

Die Kaokao Frucht

Mango

Eine kleine Caboclo Siedlung

Ein kleiner Caboclo

Ein kleines Kaiman - Mädchen

ein Seringueiro - ein Kautschukzapfer mit origineller Stirnlampe :-)

Der Seringueiro bei der Arbeit


Nach 2 Tagen am Amazonas geht es wieder zurück nach Manaus um nach Belem zu fliegen.
Diese 1.4 Millionen Einwohner zählende Metropole liegt im Amazonas Delta, also an der Atlantikmündung des Flußes und hier befindet sich auch die größte Flußinsel der Welt. Die 48.000 km2 große Ilha de Marajo und die muß ich als Inselsammler natürlich unbeding besuchen ....

Der Flug Manaus Belem dauert 2 Stunden. Hier muß ich erstmals übernachten bevor es früh am nächsten Morgen mit dem Amazonas Linienboot weiter nach Marajo geht.

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Nach ca. 3 1/2 Stunden Fahrzeit kommt man dann am relativ großen Hafen von Camara an.

Der kleine Hafen von Camaro auf der Ihla de Marajo

von wo es erneut eine 1/2 Stunde zunächst auf Asphalt dann auf einer Naturstraße weiter geht zu einem kleinem Fluß. Hier muß ich erneut umsteigen, diesmal auf ein kleines motorisiertes Boot um zu einer Fazienda zu gelangen.

Die Insel Marajo im Amazonas gelegen ist selbst von mehreren realtiv großen und breiten Flüßen durchzogen. Die Fahrt zur Fazienda verläuft auchdurch kleinere Nebenflüße und man hat schöne Ausblicke auf den Flußregenwald.

Nach einer Stunde Fahrtzeit ist das Ziel die Fazienda Nossa Senhora do Carmo dann um die Mittagszeit erreicht.

Das ist noch nicht die Faziena für Touristen - das ist die Unterkunft der einheimischen Belegschaft :-)

Das ist die Faziena auf der ein sanfter - Ökotourismus entwickelt wird

Fazienda Nossa Senhora do Carmo

Jetzt in der Trockenzeit im November ist das Hinterland, dort wo es nicht von Flüssen durchzogen wird trocken Savanne. Mein Guide hat in Anspielung an die trockene afrikanische Dornbuschsavanne mich mit "Welcome to Africa" begrüßt :-)

Eine Fazienda ist ein Bauernhof - ich mache also Urlaub am Bauernhof auf einer Amazonas Insel.
Ein paar Impressionen von diesem Amazons - Bauernhof








Höhepunkte sind natürlich auch hier wieder Bootsausflüge um die Fauna und Flora zu beobachten.
Hier schon einmal ein laut Führer angeblich prähistorischer Vogel


ein großer Banyon Baum, der mich spontan an jenen auf der Rano in Vanuatu erinnert hat.
Dort dienen solche großen Bäume als Kultplatz für Menschenopfer.

Banyon Baum

Die einheimischen sind ware Meister im Erklettern dieser Urwaldgiganten



Die Fahrt durch diese Mangrovenwälder ist vorallem wegen der dichten Vegetation ein faszinierendes Erlebnis



Die besten Möglichkeiten zur Tierbeobachtung gibt es hier am frühen Morgen





Und da seh ich sie dann nochmals - eine Capibara Familie




Nach dieser letzten Bootssafari gehts dann gegen Mittag des 3. Tages wieder mit dem Boot zurück zum Hafen Camara und mit dem Amazonas Boot nach Belem. In Belem komme ich am Abend an und muß hier nochmals im Hotel übernachten.
Am nächsten Morgen geht es wieder sehr zeitig raus, denn der Flug erstmals mit GOL und nicht mit TAM von Belam via Fortaleza nach Recife steht auf dem Programm.
Recife ist aber auch nur ein Transit für mich den der Flug auf die einzige Hochseeinsel Brasiliens nach Fernando de Noronha steht auf dem Programm.

Karte Fernando de Noronha

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Der Archipel Fernando de Noronha dessen Hauptinsel und einzig bewohnte Insel ca. 500 km von Recife entfernt im Atlantik liegt wird täglich von Recife und/oder Natals von Varig und Trip aus angeflogen.
Beim Flug mit Varig, obwohl es hierbei um einen relativ großen Düsenjet handelt, gibt es keine ausgewiesenen Sitzplätze auf den Bordkarten. Man kann sitzen wo man will und tut gut daran sich auf der linken Seite einen Fensterplatz durch frühzeitiges Boarden zu sichern. Aber das müßte man im vorhinein wissen ...
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Ankunft auf Fernando de Noronha

Schon von der Landebahn aus sieht man dann das Wahrzeichen Fernando de Noronhas den Morro do Pico
323 m hoch in den Himmel hinaufragen.

Morro do Pico

Die Einreise ist aber trotz der nicht einmal 100 Passagiere sowas von chaotisch.
Zuerst einmal muß man ein Formular bezüglich Verweildauer und gebuchter Unterkunft ausfüllen.
Dann geht es daran die Umweltsteuer abzuführen. Hier muß jeder Tourist ca. EUR 13,00 pro Tag für den Umweltschutz bezahlen. Dies wird aber erst mühsam von Schalter A berechnet und dann bei Schalter B in Cash oder mit Kreditkarte bezahlt und schließlich beim Punkt C kontrolliert, bevor man sein Gepäck in Empfang nehmen kann. Die Schlangen an Touristen für diese Prozedur in der kleinen Ankunftshalle sind gewaltig.
Hat man das erfolgreich absolviert muß man irgendwie zu seiner Unterkunft. Es gibt hier keine Hotels, nur kleine Pousadas - Privatquartiere die vermietet werden. Am Ausgang des Flughafengebäudes stehen zahlreiche Leute, aber niemand mit einem Schild das auf meine Pousada - die Pousada Mar Aberto hinweist. Trotzdem versucht man den Touristenstrom in die richtigen Busse für den Transfer zu leiten. Allerdings spricht man hier nur portugiesisch, denn 80% der Touristen kommen aus dem Land selber, sind also Brasilianer vom Festland, vorallem aus den großen Städten, Sao Paulo und Rio de Janeiro.
Irgendwie ist es dann doch geschafft und ich steige in irgendeinen Bus ein, der alle Pousadas abklappert und so gelange ich schließlich auch zu meiner gebuchten Unterkunft.
Die Hausherrin spricht aber auch hier nur portugiesisch, sodaß eine Verständigung nicht ganz einfach ist.
Die Zimmer sind klein, aber hübsch und sauber und für EUR 55,00 / Tag incl. Frühstück darf und kann man sich auf dieser teuren Insel keinen Luxus erwarten.
Der erste Tag, es ist bereits 17.00 als ich die Pousada verlasse (denn zwischen Recife + Fernando de Noronha liegt nochmals eine Zeitzone) ist dann recht kurz, denn es bricht bald der Abend herein.

Am nächsten Morgen erfreue ich mal über ein ausgiebiges und gutes Frühstück bevor es dann gleich zu einem Rundgang los geht. Ich will endlich die nur ca. 10km lange und maximal 3,5 km breite Insel zu Fuß erkundigen.
Man könnte zwar ein Buggy mieten um über die einzige asphaltierte Straße und ein paar Schotterpisten zu fahren, man könnte sogar mit einem Linienbus fahren, aber die Verständigungsprobleme sind groß und ich denke, die Insel ist klein genug um zu Fuß "erobert" zu werden.

Am frühen Morgen ist auch das Licht besser und immer wider hat man den Morro do Pico vor Augen

Morro do Pico

Der November ist ein guter Monat für den Besuch von Fernando de Norona. Es gibt die meisten Sonnenscheinstunden, weil nocht Trockenheit herrscht und es ist wesentlich billiger als in der Hochsaison Dezember und Jänner.




Obwohl die Insel nur 3000 Einwohner zählt und nicht mehr als 300 Touristen gleichzitig hier sein dürfen, gibt es vielleicht ebensoviele kleinere und größere Pousadas. Und die Bewohner profitieren mit Sicherheit vom Ökotourismus.


Fast von jeder Stelle aus ist der Atlantik zu sehen. Kein Wunder mißt die Insel doch an ihrer breitesten Stelle nur 3,5 km.




Ich wandere in einer halben Stunde zur Nordspitze der Insel. Hier befinden sich die größten der Ihlas secundarias - der unbewohnten Nebeninseln

Hier verkehren auch jeden Tag zahlreiche Ausflugsboote

denn hier befindet sich auch der kleine Hafen

Der Hafen von Fernando de Noronha

und von hier gibts natürlich auch einen schönen Blick auf das Wahrzeichen Fernando de Noronha's

Knapp vor der Nordspitze erblickt man dann dieses Schild


Air France ?? - Die fliegen doch gar nicht nach Fernando de Noronha :-) ??
Des Rätsels Lösung: Sie wollten und zwar schon im Jahr 1927. Deshalb errichteten sie damals einen Stützpunkt für Transatalantikflüge von Europa nach Amerika. Damals hatte die Flugzeute nämlich noch nicht die Reichweite um dies Nonstop zu machen. Diese Pläne wurden jedoch nie verwirklicht. Noch heute sieht man jedoch Barracken von diesem Vorhaben. Danach ist auch dieser nördlichste Punkt hier benannt. Die Gebäude sind jedoch nicht wirklch sehenswert. Schöner ist schon der Ausblick auf die Küstenlandschaft

und eine kleine Kapelle die sich hier befindet


Das trockene Klima wird durch den Wuchs von Kakteen verdeutlicht



Die nördlichste Landspitze in der Gegend von "Air France" hat steinige Strände und ist nicht zum Baden geeignet


Der Aussichtspunkt "Air France" ist erreicht

Hier trifft sich das sognannte innere und äußere Meer

Hier stehen die Überreste des Forts Santo Antonio

Und die Barracken von "Air France"

Und von hier hat man auch einen schönen Blick auf den Hafen und "meinen" ersten Sandstrand von Fernando de Noronha den Baía e Porto de Santo Antônio. Schon der Entdecker von Fernando de Noronha Americo Vespuci hat 1504 diesen Platz als besten Ankerplatz deklariert. Das Wasser hier ist besonders ruhig und in dieser Hinsicht der beste Platz zum Baden. Landschaftlich dagegen gibts noch deutlich schönere Strände aber auch mit viel stärkerer Brandung.

Baia e Porto de Santo Antonio

Auf der einzigen asphaltierten Inselstraße marschiere ich wieder in Richtung Süden

Direkt neben der "Hauptverkehrsader" von Fernando de Noronha ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf die faszinierende Naturlandschaft des Hinterlandes.


Ich zweige von der Hauptstraße ab auf einen steinigen Weg um zum historischen Örtchen Vila dos Remedios zu gelangen, das auf vielen Karten noch immer als Hauptort von Fernando de Noronha angegeben wird.


Schön ist die Kathedrale von Vila dos Remedios

Kathdrale von Vila dos Remedios

Eine Bank gibt es auch in Remedios, ob die hier auch von der Finanzkrise betroffen ist :-)


und das Regierungsgebäude befindet sich am Hauptplatz von Vila dos Remedios


Sandstrand Nr. 2 auf Fernando de Noronha - Praia do Cachorro - der Strand des Hundes :-) liegt unterhalb von Vila dos Remedios

Praia do Cachorro

Weiter geht die Wanderung auf Naturstraßen in Richtung Morro do Pico


Sandstrand Nr. 3 - Praia da Conceicao mit der Ilha da Conceicao


Weiter geht die Wanderung der Nordküste entlang - immer näher komme ich dem Morro do Pico


Sandstrand Nr. 4 liegt bereits hinter dem Morro do Pico - Praia do Americano

Und weiter gehts zum nächsten Sandstrand Nr. 5 - Praia da Cacimba do Padre

Praia da Cacimba da Podre

Hier befindet sich ein weiteres Wahrzeichen Noronhas, die Dois Irmaos - die zwei Brüder

Dois Irmaos

Weiter "küstenabwärts" befindet sich der winzige Ort Vila do Quixaba - wo sich defakto nur eine winzige Kapelle auf einem kleinen Platz befindet.

Kapelle Vila do Quixaba

Durch für Noronha relativ dichten Trockenwald

verläuft dann ein Pfad zum Mirante dos Golfinhos - zum Beobachtungspunkt für Delphine die hier jeden Morgen zu beobachten sind. Leider ist es schon beinahe Mittag, sodaß jetzt keine Delphine hier zu sehen sind.

Atemberaubend ist der Blick auf diese Küstenlandschaft in der Baia dos Golfinhos hier auf alle Fälle auch ohne Delphine

Faszinierend irgendwie auch die Bäume die den Trockenwald von Fernando de Noronha bilden

Auf diesem "Höhenweg" kann man der schön der Küste entlang wieder nach Norden wandern und hat alle paar Meter traumhafte Ausblicke

oder auch die schöne Fauna genießen




Hier der Sandstrand Nr. 6 und der schönste Strand Fernando de Noronhas - Baia do Sancho

Baia do Sancho













Hier einmal die 2 Brüder - die Dois Irmais von oben gesehen

Auf dem Rückweg nähere ich mich wieder dem Morro do Pico

Hier ein Bild in dem alle 2 Wahrzeichen Noronha's die 2 Brüder (na ja zumindest einer davon :-) und der Pico enthalten sind





Oberhalb der Dois Irmais befindet sich die Überreste eines alten Forts

Hier befindet sich ebenfalls Bäume mit seltenen geschützten Vögel

Angesichts dieser Bilder verwundert es nicht, daß Fernando de Noronha ein Unesco Weltnaturerbe ist und man zahlt gerne den Umweltschutzbeitrag. Außerdem soll der Archipel zur Wahl der 7 Naturweltwunder nominiert werden. Wer hier mitmachen möchte kann dies hier tun.
Nach 2 wunderbaren Tagen in diesem Paradies kann ich dann am nächsten Tag nochmals ein Frühstück in der Pousada genießen bevor ich diesmal mit einer Propellermaschine von Trip nach Recife und von dort nach Rio de Janeiro fliegen muß. Denn abends bin ich schon auf dem Air France Flug nach Paris und weiter nach Wien gebucht. Diese doch recht abenteuerliche Flugkombination klappt problemlos und so sind dann meine 3 Wochen in diesem wunderschönen Land leider auch wieder vorbei.

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