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Kalaallit Nunaat - Grönland

 

 

Flagge Grönland

Karte von Sao Tome

 

 

Kalaalit Nunaat - Land der Menschen
so nennen die Einwohner der größten Insel der Welt ihre Heimat, von der nur ein schmaler Küstenstreifen bewohnbar ist. Das Innere vom einem gewaltigen Eispanzer durchzogen - Inlandseis genannt ist unbesiedelt.

Grönland bedeutet grünes Land.
So wurde es von Erik der Rote, jenem Raufbold und Mörder genannt, der aus Island um 1000 n. Chr. flüchtend, hier im Süden anlandete und tatsächlich grüne Weiden vorfand.
Doch tausende Jahre vorher schon wurde das Land von den Inuit - den Menschen bevölkert.
Von jenem Volksstamm der aus Zentralasien über die Beringsstraße nach Alaska, Kanda und schließlich nach Nordgrönland eingewandert ist.
Im Volksmund auch als Eskimo bezeichnet, sollte der ausländische Besucher diesesn Begriff tunlichst vermeiden, bedeutet er doch "Rohfleischesser". Ein Schimpfwort der wald- und tundrabewohnenden Indianer Alaskas und Kanadas für die rohes Fleisch verzehrenden Inuit.
Inuit dagegen nannte das Volk sich selbst und dies bedeutet schlicht und ergreifend - Menschen.

Grönland war das Land der Entdecker und Pioniere von Thule im äußersten Norden der Insel war einst Peary aufgebrochen um den Nordpol zu erreichen.
Grönland das Land der Abenteurer war schon immer ein Wunschreiseziel.
Jahrelang nicht erreichbar durch extrem hohe Reisekosten oder durch schlichte Unerreichbarkeit. Niemand bot Reisen dorthin an. Gab es auf Grönland überhaupt einen Flughafen ? Eine Schiffsverbindung ?

Aber ja das gab es und gibt es. Erst in den 90er Jahren wurden Reisen dorthin populär und erschwinglicher.
Also hab ich die Chance beim Kopf gepackt und bin am 18. Juni 1999 mit SAS über Kopenhagen nach Kangerlussuaq dem internationalen Flughafen Grönlands geflogen

 

 

 

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Kangerlussuaq liegt fast genau am nördlichen Polarkreis also auf 66,6 Grad nördlicher Breite zum Nordpol sind es hier nur mehr 3 1/2 Flugstunden :-)

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Was tun in Kangerlussuaq ?
Denn hier gibt es nur den Flughafen und sonst nix.
Ja Kangerlussuaq ist ein richtiger Flughafenort. Keine Siedlung im engeren Sinn. Nur das Flughafengebäude, ein paar Baracken und Hangars. Ja einen Zeltplatz gibt es für preisbewußte Touristen und ein Flughafenhotel für die Betuchteren.
Das Flughafenhotel wohl das einzige der Welt, daß im Flughafengebäude untergebracht ist. Man betritt vom Flugzeug, daß Flughafengebäude, nimmt sein Gepäck in Empfang und findet im Nebenraum sofort die Hotellobby vor und in den Stockwerken darüber die Zimmer :-). Ein Taxi vom Hotel zum Flughafen gibts hier nicht :-)
Was also tun in Kangerlussuaq - Also da gibt es einen ca. 15 km langen Wanderweg zu den Gletscherabbrüchen des Inlandseis unterwegs trifft man dann schon den einen oder anderen Moschusochsen.
Was ganz und gar nicht ungefährlich ist, weil diese Viecher doch recht agressiv sind.

Moschusochens - Kangerlussuaq

Wir laufen also ein paar km landeinwärts über tundraähnliches Grasland, als hinter einer Böschung plötzlich ein stattliches Exemplar von Moschusochse steht und den Weg versperrt. Schon scharrt er agressiv mit den Hufen - Was tun ?
Alle Wanderer stellen sich eng aneinander und vermitteln dem Tier so den Eindruck, daß wir hier ein noch größeres Tier darstellen.
Und dieser Trick funktioniert wirklich. Nach ein paar Minuten, trottet der Ochse davon und der Weg weiter zu den Gletscherabbrüchen ist frei.

Zirka 6 Stunden benötigen wir mit dem ganzen Gepäck um die flache Strecke bei trübem Wetter zurückzulegen.
Schließlich stehen wir bei starkem aktischen Wind vor den Abbrüchen des grönländischen Inlandseises.

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Hier brechen ständig krachend große Stücke ab. Leider gelingt es nicht den Zeitpunkt des Abbruches zu filmen, weil dies nicht vorhersehbar ist.
In sicherer Entfernung zum Gletscher schlagen wir unsere Zelte auf.
Wasser fürs Kochen zu holen ist kein Problem, liegen doch überall gekalbte Eistrümmer.
Da der Wind doch sehr heftig ist ziehen wir uns bald nach dem Essen ins unsere Zelte zurück.
Man hätte wohl noch endlos über tundraähnliche Berglandschaft weiter und höher in Richtung Inselinneres wandern können, bis wir nur mehr die Eiszone erreicht hätten.

Am Tag darauf gehts den gleichen Weg zum Flughafen Kangerlussuaq zurück um gegen Abend mit dem Küstenschiff ein Stück nordwärts zur zweitgrößten Stadt Grönlands nach Sisimut zu fahren.
Die größte Stadt und die Hauptstadt Nuuk befindet sich südlich von Kangerlussuaq und beherbergt zirka 14.000 Grönländer.
Sisimut als zweitgrößte Stadt nur etwa 5000. Für grönländische Verhältnisse jedoch eine Metropole. Die Stadt oder besser gesagt die Siedlung ist sehr lang gezogen - Sogar Linienbusse verkehren hier !
Mindest genauso stark vertreten wie der Autoverkehr sind auch zahlreiche Moutain Bikes.
Auffällig vorallem das Geheule zahlreicher Schlittenhunde, denn Sisimut ist die südlichste Stadt in der Schlittenhunde gehalten werden dürfen.
Südlich des Polarkreises gibt es Schafszucht in Grönland und dort sind Schlittenhunde verboten.
Leider ist das Wetter hier trüb und regnerisch kurz schlecht, sodaß die geplanten Wanderung aufgrund des Wetters buchstäblich ins Wasser fallen.
Sogar leichtes Schneetreiben gibt's hier noch Ende Juni.
Erst kurz vor unserer Abreise ändert sich das Wetter schlagartig.
Die Sonne bricht durch und wir erhaschen doch noch einen schönen Blick auf Sisimut und das Hinterland

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Der Walkiefer ist das Wahrzeichen von Sisimut, denn die Stadt war früher ein Walfangzentrum.
Leider müßten wir mit dem schönen Wetter Sisimut verlasse und begeben uns an Bord der Sarfaq Ittuk eines weiteren Küstenschiffes

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um nach Qeqertarsuaq - dem Hauptort der berühmten Disko - Insel zu fahren.
Zirka 1000 Einwohner leben hier auf der der Disko Bucht vorgelagerten Insel.
Qeqertarsuaq ist der einzige Ort wo man auch im Sommer Hundeschlittenfahrten unternehmen kann.
Dazu muß man sich erst über Firnhänge einen 900 m hohen Berg hochkämpfen.
Auf diesem tafelbergähnlichen Plaetau liegt auch im Sommer genug Schnee um Schlitten zu fahren

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Auf dem Plataeu befindet sich auch eine bewirtschaftete Hütte um zu übernachten.
Betuchtere Touristen lassen sich mit dem Helikopter hierher befördern.
Durch gute "Connections" können wir mit so einem Helikopter kostenlos ins Tal runterfliegen, ersparen uns also den Abstieg durch tiefen nassen Schnee.
Im Ort unternehmen wir dann ein "Citi-Trekking".
Sogar ein Hotel gibt's hier (wir übernachten preiswerte auf dem Naturcampingplatz)

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ein schönes Motiv auch die Kirche von Qeqertarssuaq

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Tags drauf fliegen wir nach Illulissat dem Hauptort in der Diskobucht.
Hier gibt's zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten. Kein Wunder Illuslissat ist das Touristenzentrum Grönland.
Eine teure Variante ist ein Helikopterflug nach Kangia - das ist ein landbare Gesteinsfläche im grönländischen Inlandseis.

Die Gronlandsfly landet in Kangia

Kangia

Wer gerne Fisch ist, für den lohnt sich ein Spaziergang zum Hafen von Ilulissat, denn hier kann man sehr günstig fangfrischen Heilbutt, Lachs und andere Meeresfrüchte erwerben

Heilbutt fangfrisch

Interessant ist auch ein Besuch der Kirche von Ilulissat dieauch das Knud Rasmussen Museum beherbergt.
Knud Rasmussen ("Gebt mir Hunde, gebt mir Winter - den Rest könnt ihr behalten") unternahm zu Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Schlittenexpeditionen und entdeckte die Polareskimos von Thule dem nördlichsten bewohnten Ort Grönlands.


Illulissat liegt am Eisfjord. Hier kalben gewaltige Gletscher und so schwimmen zahlreiche Eisberge im Fjord.
Besonders empfehlenswert ist deshalb eine Mitternachtsboot - Tour durch den Eisfjord.

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Die Fahrt führt vorbei an bizarren Eisformationen

Eisformation

und die Mitternachtssonne zaubert eine unglaubliche Stimmung - ein El Dorado für die Filmer und Fotografen

Mitternachtssonne - Eisfjord - Illulissat

Nach 5 wunderbaren Tagen in Ilulissat muß ich leider nach Kangerlussuaq zurückfliegen und via Kopenhagen meine Heimat ins "dunkle" Europa antreten.

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