

Am 20.6.2004 flog ich in 2h mit Air Malta zu einem 1 wöchigen Kurztrip in die südlichste Region Europas.
Der Landeanflug mit schönen Blicken auf Gozo und Comino.
Gegen 20 Uhr landen wir im Zenrum der Hauptinsel am kleinen Inselfughafen Luqa. Das Wetter mit 20 Grad nicht anders als bei uns in Mitteleuropa. Nur früher dunkel wird's hier, denn wir befinden sich hier ja weiter südlich auf dem Breitengrad von Tunesien - Nordafrika.
Von hier geht's in 20 - 30 min nach Sliema.
Nicht die Hauptstadt Valetta sondern Sliema ist mit seinen 20.000 Einwohnern das politische und wirtschaftliche Zentrum Maltas.
Am nächsten Morgen unternehme ich einen Spaziergang entlang der Uferpromenade - The Strand genannt.
Sliema macht doch einen ziemlich häßlichen Eindruck auf mich.
Die engen Gassen scheinen den viel zu starken Verkehr kaum zu bewältigen.
Kein Wunder die nur 246 km2 kleine Insel beherbergt 335.000 Einwohner, daß sind 1140 Einwohner pro km2. Wieviel Auto es auf Malta gibt weiß ich nicht, habe aber den Eindruck daß es auch mindestens 300.000 sind ....
Danach nehme ich an einer Hafenrundfahrt teil. Man sieht mehrere Ausflugsschiffe
Kirchen und historisches Gebäude von Valetta, der Hauptstadt - die ja nur durch eine kleine Bucht getrennt Sliema gegenüberliegt.
Im Grand Harbour sind dann auch große Werftanlagen zu sehen.
Nachmittags fahre ich dann mit dem Bus direkt in die Hauptstadt Valetta. Valetta wirkt wie eine einzige große Fußgängerzone
Nur in den Seitengassen findet man ein paar Fahrzeuge.
Dadurch ist es hier angenehm ruhig, richtig entspannend - im Gegensatz zum hektischen Sliema.
Sehr schön die ehemalige Hauptkirche des Malteser Ritterordens die
St. John's Cathedrale
Mit interessanten Uhren auf einem Turm
In Valetta stehen natürlich noch viel mehr Kirchen.
Die Kuppel der Karmeliterkirche etwas dominiert die Silhouette von Valetta.
Aber auch andere fotogene Gebäude, wie hier der Sitz des Ministerpräsidenten
Von den Barakka Gardens genießt man einen schönen Blick über das Häusermeer Valettas, Sliemas und den Grand Harbour
Tags darauf besichtige ich die Nachbarorte von Valetta Vittoriosa, Senglea und Cospicua,
die auch als 3 Städte bezeichnet werden, obwohl sie längst alle mit Valetta zu einem großen Konglomerat zusammengewachsen sind.
Auch von hier ausgezeichnete Ausblicke zurück auf Valetta.
Ohren an den Wachtürmen rund um den großen Hafen symbolisieren permanente Wachsamkeit
Ruhige beschauliche Plätze und enge Gassen mit interessanter Beschilderung zeichnen diese Region aus
aber auch wieder zahlreiche Kirchen und Kahedralen.
Die älteste Pfarrkirche San Lorenzo, im Inneren mit rosa Marmor verkleidet kann in Vittorisos bestaunt werden
Am nächsten Tag gehts raus aus dem Großraum Valetta mit dem lokalen Bus (Malta verfügt über ein hervorragend ausgebautes billiges Busnetz) zur Stillen Stadt.
Mdina oder auch Rabat (wie die Malteser sie nennen) ist eine kleine Stadt mit 400 Einwohnern, die auf einem Hochplateau im Südwesten liegt.
Stille Stadt deswegen, weil nur Kraftfahrzeugsverkehr in der nur für die Einwohner gestattet ist.
Mdina war die alte Hauptstadt Maltas und auch hier sind die Architektur und die Kathedralen der Hauptanziehungspunkt.
Hier die St. Paul's Cathedral
Auch hier an den Türmen wieder die gleichen interessanten Uhren wie an an der
St. John's Cathedral in Valetta
Auch hier in Mdina wieder typisch maltesisch enge Gassen die ein besonderes Flair ausstrahlen.
Ein Geheimtipp für Mdina (der eigentlich gar nicht so geheim ist :-)
Im Fontanella Tea-Garden die berühmte und üppige aber ganz hervorragende Schokaldentorte
bestellen :-) und dabei den Blick über das Hochplateau und die andere nördliche Seite Maltas bis zum Mittelmeer schweifen lassen.
Unmittelbar an Mdina schließt sich das moderne Rabat an.
Auch hier die unvermeidlichen Kirchen.
Hier die St. Paul's Kirche, diesmal sogar mit Grotte und Katakomben
Schließlich habe ich genug von Kirchen und Kultur und möchte etwas Natur sehen.
Die ist bisher im maltesischen "Städemeer" völlig zu kurz bekommen.
Also fahr ich am Nachmittag mit dem lokalen Bus in das Dörfchen Dingli und weiter zu den nur 4 1/2 km von Mdina entfernten Dingli Cliffs.
Hier sehen wir eine bis zu 262 m hohe Steilküste.
Ein paar km von der Südküste entfernt sieht man Maltas viertgrößte Insel - Filfla
Leider darf diese Insel, nicht betreten werden das sie zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Hier sollen anderswo in Europa und Malta ausgetorbene Vogel- und Echsenarten nisten.
Eine andere Geschichte ist
die, daß bis in die 60er Jahre die britische Royal Air Force die Insel Fifla als Zielübungsgebiet für Bombenabwürfe mißbraucht hat.
Filfla soll früher doppelt so hoch gewesen sein, durch die Bomben seien
jedoch große Teil der Insel weggesprengt werden. Noch heute würde Tausende von Blindgängern rund um und auf der Insel liegen :-(
Am nächsten Tag fahre ich mit dem Bus in den äußersten Nordwesten Maltas nach
Cirkewwa. Hier wo die großen Fähren zur Schwesterinsel nach Gozo auslaufen, ersteige ich ein kleines Boot vom Anbieter "Captain Midas" der mich zur blauen Lagune - eine enge Meeresstraße zwischen der drittgrößten maltesischen Insel Comino (welche wieder zwischen Malta und Gozo liegt) und dem nur 300m2 großen Felsen Cominotto.
Diese schöne Region mit sichtem türkisfarbenen Wasser ist leider auch Ziel zahlreicher Ausflugsboote, wie hier die "Captain Morgan Cruises".
Trotzdem ist es der bisherige landschaftliche Höhepunkt der Malta Reise.
Blick von der blauen Lagune auf das Fort St. Marija auf der Insel Comino
Unterhalb des Forts auf Comino befindet sich die nur von der See zugängliche Zwillingshöhle
Tags darauf gehts wieder über den Fährhafen Cirkewwa nach Gozo zur zweitgrößten Insel im maltesischen Archipel.
Wieder geht die Fahrt entlang von Comino mit der Fähre
um nach nur 20 min Mgarr den einzigen Hafen auf Gozo zu erreichen.
Die Dörfer und Orte in Gozo sind noch kleiner noch enger als auf der Hauptinsel Malta.
Noch schwieriger ist es für die zahlreichen Busse mit Tagestouristen auf den engen und verwinkelten zu navigieren.
Im nur 300 Einwohner zählenden Firscherdorf Xleni mache ich den obligatorischen Bootsausflug.
In San Lawrenz dann eines der beliebtesten Fotomotive auf Gozo - das Azure Window
In Victoria (auch Rabat genannt) dem Hauptort Gozo's natürlich wieder eine schöne Kathedrale
von der Zitadelle erblickt man das kaum 2 km entfernte Dorf Xewkija mit der Pfarrkirche St. John the Baptist, der drittgrößten Kuppelkirche Europas
Man überblickt aber auch das fruchtbare Inselinnere Gozo's
zum Abschluß des Tagesausfluges nach Gozo noch der Besuch von Gozo - Heritage, eine audiovisuelle Multimediashow in der man die historische Entwicklung Gozo's von der Jungsteinzeit bis in die Moderne nacherleben kann, bevor ich die Fähre wieder zurück auf die Hauptinsel nehme.
Am nächsten Tag steht vorerst ein Besuch der historischen Stätte von Tarxien auf dem Programm. Wenige km südöstlich von Valetta befindet sich der kleine Paola und hier der Tempel von Tarxien.
Malta wurde ca. 5200 v. Chr. besiedelt und ab 3600 v. Chr. entstand eine gewaltige Megalithkultur, derjenige von Stonehenge nicht unähnlich nur deutlich früher. Auch etwa 1000 Jahre vor dem Bau der ersten Pyramiden.
So entstand ab 3600 v. Chr auf Gozo der Turm der Gigangen, Ggantija genannt als erster Megalithtempel mit einer bis zu 8 Meter hohen Außenmauer aus unbearbeiteten Steinblöcken.
Weitere Tempelanlagen findet man an ander maltesischen Südküste (Hagar Qim) und eben in Paola - Tarxien. Die Tarxien - Phase erlebte ihre Blütezeit etwas später von 3000 bis 2500 v. Chr. Die megalithische Architektur und dekorative Kunst erreichte hier ihren Höhepunkt.
Hier der Tempeleingang
Ein beispiel für die typische dekorative Kunst der Tarxien - Periode
Gefäße aus dieser Zeit
Die Kultur war matriachalisch - gehuldigt wurde der Magna Mater - einer dicken Göttin
der Unterleib hier noch erhalten ist
Ebenfalls in Paola befindet sich das Hypergäum.
Eine einzigartige Totenstadt - eine von Menschenhand aus dem Kalkstein herausgearbeitetes Höhlensystem, daß als Begräbnisstätte zwischen 4000 v. Chr. und 2500 v. Chr. verwendet wurde.
Leider gab es für dieses UNESCO Weltkulturerbe kurzfristig keine Tickets mehr zu erwerben. Buchungen weit im voraus wären nötig gewesen, weil die Zahl der Besucher pro Tag beschränkt ist, um dieses unersetzlichen Relikt der jungsteinzeitlichen Kultur zu beschützen.
Der nächste Programmpunkt war ein Besuch der Blauen Grotto beim kleinen Fischerdorf Wied iz Zurrieq an der maltesischen Südküste.
Auch hier wieder die unvermeidliche Bootsfahrt zu Höhlen in der Steinküste.
Das Wasser erscheint in den Grotten hellblau durch überreichen Bewuchs von Blaualgen
Weiter gings im Programm mit dem Besuch der Höhle von Ghar Dalam.
Die Höhle befindet sich bei Malta's südlichster Stadt Birzebugga.
In dieser Höhle - Ghar Dalam (Höhle der Finsternis), die sich 250 m unter der Erde entlang erstreckt fand man 7500 Jahre alte Skelette und Tonscherben.
Sie war somit die älteste menschliche Siedlung auf Malta - 5500 Jahre vor unserer Zeitrechnung !
Die Tonscherben ähneln den Gefäßen sizilianischer Kulturen - die Besiedlung Maltas erfolgte also von Sizilien aus.
Aber in wesentlich tieferen Bodenschichten findet man auch Skeletteile von Flusspferden, Elefanten, Zwergelefanten, Schwänen, Bören und Wölfen.
Vor 2 Millionen Jahren bis vor 15.000 Jahren war Malta durch eine Landbrücke sowohl mit Nordafrika als auch mit dem europäischen Festland verbunden.
Ghar Dalam ist auch ein Eldorado für Paläontologen.
Aber auch interessante Stalagtiten und Stalagmiten sind in der Höhle zu sehen
Der letzte Programmpunkt für meinen letzten Tag auf Malta bringt mich zum Fischerhafen von Marsaxlokk, der vorallem wegen seinem Fischmarkt und der vielen farbenprächtigen bunten Fischerboote, Luzzi genannt besucht wird.
Viel mehr Bilder insgesamt 213 befinden sich im Fotoalbum.