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Mauretanien !

 

 

 

Flagg MauretanienPosition Mauretaniens in Afrika

Karte Mauretanien

 

Unbekanntes Afrika - Mauretanien !
Warum fährt man nach Mauretanien ?
Ganz einfach. Die meisten Sahara-Enthusiasten fahren nach Tunesien, Marokko, Algerien oder Lybien, fast niemand kennt Mauretanien. Selbst Mali und Niger wird vielleicht noch häufiger bereist.

Also flog ich im Oktober 1998 von Wien via Paris nach Nuakchott, der Hauptstadt der Republik Mauretanien.
Nuakchott ist eine fürchterlich häßliche Stadt, kaum Asphalt, Ziegen laufen frei auf den Straßen, aber der Verkehr ist mangels Fahrzeugen nicht chaotisch.
Um das einzig schöne Gebäude die Moschee zu filmen, mußte ich einen Aufpasser engagieren, der mir ein Zeichen gab, wann ich den Auslöser bedienen konnte. Das Fotografieren von offiziellen Gebäuden, religiösen wie militärischen Objekten war verboten .....

Moschee Nuakchott

Als unsere Reisegruppe am Markt von Nuakchott spazierenging und dabei fotografierte, wurde sogar der Guide verhaftet ... Unauthorisierte Fotografieren .....
Am Tag darauf ging es per Inlandsfulug mit Air Mauritanie von Nuakchott nach Atar

Air Mauritanie

Atar ist die Hauptstadt der Wüstenprovinz Atar und ein "Drecksnest" par excellence.
Von hier aus geht es per Landrover durch die Steinwüste des Adrar nach Chinguetti.

Auto

Die Strecke über den Amoghar-Pass verlangt Autos, Fahrerern und Passagieren sehr viel ab.
Bandscheibenleiden sollte man hier keine haben ...:-).
Nach 4 Stunden Rüttelei erreichen wir schließlich die siebentheiligste Stadt des Islam.
In den vergangenen Jahrhunderten war die Stadt wie Mekka ein bedeutendes Pilgerzentrum, für Pilger aus dem Maghreb, für die oft die Reise zur Arabischen Halbinsel zu weit war.
Heute wird Chinguetti bereits sehr von der hier vorherrschenden Sandwüste bedroht.
Viele Gebäude sind verweht und die ehemalige mittelalterliche Bibliothek in einem bedauernswerten Zustand. Nur wenige gut erhaltene und schöne Häuser im maurischen Stil sind ein Blickfang

Geäude in Chinquetti

Die Kinder sind jedoch sehr munter und betteln ständig "Cadeaux, cadeaux". Für ein paar Ougiyas kommen wir dann zu unseren Aufnahmen.

Mächen aus Chinguetti

Schließlich geht's am nächsten Tag los zu einem mehrtägigen Wüstentrekking mit Lastkamelen. Hier erleben wir zum ersten Mal Sahara pur.

Karwane in Sandwüste

Bis zu 100 m hohe Sanddünen, die erstaunlich einfach zu besteigen sind und auf denen man dann einen schönen Blick in die unendliche Weite der mauretanischen Sahara genießen kann.

 

Sandwüste

 

Immer sehr herbeigesehnt wird die mehrstündige Mittagsrast unter den spärlichen dornenbuschartigen Bäumen. Kein Wunder, denn Mitte Oktober erreicht die Mittagssonne bis zu
43 Grad im Schatten. Nur Schatten gibt's hier kaum :-). Entnervend ist auch immer die zweistündige Warterei bis das Wasser mit Micropur entkeimt ist. 8 - 10 Liter pro Tag braucht man bei körperlicher Betätigung und solchen Temperaturen. Zudem hat man überall Sand. Im Rucksack, am Körper, in den Zähnen :-) und leider auch in der Kamera :-( (Die Reperatur des Laufwerks der Videokamera sollte nach der Rückkehr eine teure Angelegenheit werden ...).
Zur Routine wird auch das tägliche zeitige Aufstehen per Sonnenaufgang gegen 6 Uhr.
Geweckt wurden wir ohnehin viel früher durch die viel zu lauten Gebete unserer Kameltreiber bereits gegen 4.30 Uhr. Danach folgt eine schreckliche Würgerei beim viel zu trockenen Frühstück.
Mich dürstet literweise nach Flüssigkeit und nicht nach trockenen selbstgebackenem Brot ... Anschließend der Abbau des Nachlagers und das Beladen der Kamele.

Beladen der Kamele am Morgen eines Trekkingtages

Etwa gegen 8 Uhr geht es dann weiter. Unsere Karawane zieht von Düne zu Düne. Anfangs geht es noch sehr gut, denn es ist noch angenehm kühl. So gegen 9 und 10 Uhr beginnt jedoch der Kampf gegen die Sonne, der immer erst gegen Sonnenuntergang um 18 Uhr endet ....
Nur unsere Lastkamele scheinen sich bei derartigen Bedingungen und trotz des permanenten Füssigkeitsmangels ganz wohl zu fühlen :-)

Lastkamele

Obwohl sich in der Wüstenlandschaft durchaus schöne Motive finden lassen, bin ich ganz froh als das mehrtätige Trekking endet. Die körperliche Anstrengung ist eigentlich nicht sehr hoch aber ständiges Durstgefühl und überall Sand und Staub sind irgendwie nichts für mich. Vorallem auch nichts für die empfindlichen digitalien Kameras.
Nach einigen Tagen marschieren wir wieder in Chinguetti ein. Und genehmigen sich mal an der einzigen Bar des Ortes ein paar Dosen köstlichen kohlensäurehaltige Softdrinks.

Bar in Chinguetti

Anschließend bummeln wir nochmals durch die Straßen des halbverfallenen Chinguetti.

Esel in Chinguetti

Alte Frau in den Straßen von Chinguetti

Schließlich brechen wir mit Fahrzeugen, zu einer Safari in die Region Adrar auf.

Toyota Landcruiser

In der Felswüste der Region Adrar gibt es auch Tafelberge, die Berge haben jedoch keine so tollen Rottöne wie im berühmten Monument Valley von Colorado.

Tafelberg im Adrar

Wir besichtigen Höhlen mit Felsmalereien aus prähistorischen Zeiten, als die Menschen hier noch Savannentiere wie Gazellen und Giraffen jagten. Wir besuchen die Oase Terjit.

Die Oase Terjit

Hier kann man in einem natürlichen Schwimmbedecken herrlich baden und den ganzen Staub, Sand und Dreck, der sich zwangsläufig bei einer Reise durch das Wüstenland Mauretanien ansammelt abspülen.

Baden in Terjit

Schließlich geht es wieder über die lange 500 km lange Strecke zurück in die Hauptstadt Nuakchott.
Wo eine Reise in ein hierzulande nahezu unbekanntes Land endet. Kaum mehr als 700 Touristen, davon wohl
500 - 600 Franzosen, besuchen pro Jahr diese ehemalige französische Kolonie.

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