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Vanuatu !

 

 

Flagge Vanuatu

Karte Vanuatu

Melanesien war meine 3. große noch fehlende Region in der Südsee.
Ich war zwar bereits im Jahr 1991 in Neuguinea (im indonesischen Teil - also in Irian Jaya), aber das ob das im klassischen Sinne zu Melanesien gezählt werden kann, das ist eine andere Frage.
Wie auch der Trip nach Irian Jaya eine andere, noch zu erzählende Geschichte ist .....

Wohin also nach Melanesien ?

Papua Neuguinea hätte mich zweifelsohne sehr interessiert.
Aber Berichte um eine sehr hohe Kriminalitätsrate haben mich dann , ebenso wie die sehr hohen Reisekosten, doch abgeschreckt. Zudem ist die Insel Neuguinea wohl so etwas wie die Malariahölle. Ich weiß aus eigener Erfahrung wovon ich spreche, denn ich hab mir 1991 in Irian Jaya eine (vergleichsweise harmlose) Malaria Tertiana zugezogen.

Die Salomonen sind vom Tourismus zurecht oder zu unrecht noch kaum berührt.
Aber hier gibt es immer wieder Meldungen über aufflackernde bürgerkriegsähnliche Situationen.
Nur wenige Tage vor meiner Abreise nach Vanuatu gab's wieder Unruhen in Honiara - Konflikte mit chinesischen Händlern ....

Fiji war mir als beliebte Kreuzfahrtdestination irgendwie viel zu touristisch.

Neukaledonien - irgendwie zu französisch ....

Also nach Vanuatu - und das versprach viel im Vorfeld:
aktive Vulkane, interessante "primitive" Kulturen, Regenwälder und Südseeidylle verspricht das Tourismusbüro.

Also am 22.4.2006 gings um 10.55 mit OS001 von Wien über Kuala Lumpur in 19 Stunden nach Sydney. Nach 3 1/2 stündigen Aufenthalt dann mit Air Vanuatu von Sydney nach Port Vila der Hauptstadt der Inselrepublik.
Port Vila liegt auf der Insel Efate und hat ca. 40.000 Einwohner. Ganz Vanuatu etwa 200.000.

Die ersten Nächte gönnte ich mir ein gutes Hotel - das Melanesian in Port Vila.
Bereits am frühen Morgen faszinierte mich dann ein Blick vom Hotelzimmer in den Garten.

Hotelgarten - The Melansian - Port Vila

keine Frage - Ich war wieder in tropischen Gefilden :-)

Am ersten Morgen war ein Ausflug zur kleinen Insel Pele - nördlich der Hauptinsel Efate vorgesehen, weil es hier einen "südsee-kompatiblen" Sandstrand geben sollte.
Einfach zum Relaxen nach dem langen Flug.

Pele Island

Und so war es dann noch. Südseeambiente. Nur die Quallen mit ihren unangenehmen Nesseln störten dann den 1. Tag in Melanesien.

Tag 2 bringt dann eine Rundfahrt um die Hauptinsel Efate.
Nur wenige km außerhalb der Hauptstadt Port Vila hören die asphaltierten Straßen auf und man verwendet besser einen 4WD.
Man sieht dabei ein "Kastom Village" wo einem die ursprüngliche Lebensweise der Bevölkerung näher gebracht wird, macht einen Stopp beim schönen Eton Beach und fährt mit Outrigger-Canoes den Epule-River

Der Epule River

entlang, bei tropischer Vegetation bis zur Mündung in den Pazifik.
Nach einem Picknick am Strand und einem "Fire-Walk", der als One-Man-Show abgehalten wird, hat man gegen 16.00 Uhr die Inselumrundung vollendet.

An Tag 3 fliege ich von der Hauptstadt nach Tanna.
Mehrmals täglich fliegen relativ große Propellermaschinen zu dieser südlichen Insel

Air Vanuatu

Im White Grass Resort auf Tanna nächtigt man in schönen Bungalows umgeben von einem tropischen/subtropischen Garten.

Bungalow White Grass Resort Tanna

Subtropisch vielleicht deswegen, weil sich Tanna im tiefen Süden von Vanuatu befindet, ein paar 100 km südlich von Efate und das Klima hier deutlich kühler ist. Nächte im südlichen Winter, der ja genau entgegen dem unsrigen im Juni, Juli und August stattfindet, können dann um die 10 Grad kühl werden.
Warum fährt man nach Tanna ?
Ganz klar wegen dem Vulkan. Der Mt Yasur ist der wohl am einfachsten zugängliche aktive Vulkan.

Aschefelder am Fuß des Mt. Yasur - Tanna

gewaltige Aschefelder breiten sich am Fuße des Mt. Yasur aus.
Mit dem Geländewagen kann man bis auf 150m an den Kraterrand heranfahren.
Hier oben befindet sich dann das weltweit wohl einzigartige Vulkanpostamt :-)

Vulkanpostamt am Mt. Yasur

Die eingeworfenen Postkarten kommen aber nur teilweise in Europa an :-).
Leider ist das Wetter so schlecht, die Bewölkung und der Nebel so stark, daß wir die Lava im Krater nicht sehen können. Nur hören können wir immer und immer wieder die Explosionen und Eruptionen.
Da fliege ich extra nach Tanna und dann soetwas :-(

Tag 4 bringt dann den Besuch des unvermeidlichen "Kastom-Village" bei der wieder Lebensweise, Nahrungsmittel und Tänze der Bevölkerung vorgeführt werden.

Kastom Village - Tanna

Der Nachmittag dann ein Relaxen an der schönen Küste im Bereich des White Grasse Resorts

Küste am White Grass Resort

bevor ich am Tag 5 nach Vila zurückfliege.

Tag 6 sollte dann ein Highlight werden. Pentecost (die Pfingstinsel) war mein nächstes Ziel.

Die Graspiste von Lonorore auf der Insel Pentecost

Hierher auf die Graspiste von Lonorore im Süden der Insel gelangt man nur mit kleinen max. 18 Passagiere befördernde Propellermaschinen.
1/2 Stunden Gerüttel mit einem Geländewagen bringt mich zu den Walap-Bungalows am gleichnamigen Fluß

Die Walap Bungalows im Süden von Pentecost

Die Unterkunft ist sehr "basic". Die Verpflegung ebenso ....
So gibt's etwa zum Frühstück nur 1 Löffel für 5 anwesende Touristen :-), außerdem waren die Brotvorräte erschöpft und so mußte man sich mit Keksen und Butter begnügen.
Aber wegen kulinarischer Genüsse kommt man nicht nach Pentecost, sondern deswegen

Landdiving Tower - Pentecost

Das ist ein Landdiving Tower. Jährlich zur Yamsernte im April, Mai und Juni veranstaltet man in Pentecost die Naghol - Zeremonie. Dabei werden bis zu 30m hohe Türme errichtet, auf die dann die tapferen Männer und Jungen klettern

Erklettern eines Landdiving Towers

sich auf die vorbereiteten Plattformen stellen,

vor dem Sprung beim Naghol

und durch Lianen gesichert

Sprung beim Naghol

sich in die Tiefe stürzen. Wobei die Lianen so bemessen sind, daß der Springer gerade mit dem Kopf, bzw. Rücken den vorher aufbereiteten Boden berührt. Ein Sprung ohne Bodenberührung, also mit zu kurz angelegten Lianen gilt als feige.

Naghol Springer - kurz vor Bodenberührung


Die jüngsten Teilnehmer springen von den tiefsten Plattformen. Der tapferste Mann von der höchsten Plattforum.
Die 30 - 50 Springer werden vom "Bodenpersonal" durch Gesänge und Tänze angespornt.

Tanz und Gesang beim Naghol

Am Tag 7 geht's mit dem Geländewagen über haarsträubende Urwaldpisten und durch wildschäumende Flüsse ins gebirgige Innere von Pentcost.

das grüne tropische Inselinnere von Pentecost

um schließlich über steil abwärtsführende, äußerst rutschige und schlammige Pfade ind das Kastom-Village Ratap zu kommen.
Der Guide hat uns den Zustand des Pfades verschwiegen und so habe ich meine Bergschuhe in der Unterkunft gelassen. Also schlittere ich, rutsche und stürze mit Turnschuhen abwärts.
Als wir Touristen endlich im Dorf ankommen, sehen wir wie nach einer Schlammschlacht aus ...

Das Kastom - Village Ratap

wo ein Großteil der Bewohner noch die ursprünglicher Kleidung - die Nambas

Männer in Ratap -  nur mit dem Namba bekleidet

und die Graßröcke tragen

Frauen tragen noch Graßröcke in Ratap

An Tag 8 bringt mich Vanair via Santo (der größten Insel - mit der 2. größten Stadt in Vanuatu, doch dazu später mehr) nach Walaha auf die Insel Ambae.
Die obligatorische 1/2 stündige Geländewagenfahrt mit einem einarmigen Fahrer (!) bringt micht zum Hauptort Ndui Ndui (was soviel wie Ameisenstadt bedeutet :-) von Westambae.
Hier bin ich für 2 Nächte im Toa-Guesthouse bei Pastor Jeffrey einquartiert.

Das Toa Guesthaus in Ambae

Die Küste ist hier felsig und lädt trotz der herrschenden Temperaturen von 33 Grad und hoher Luftfreuchtigkeit nicht zum Baden ein. Stattdessen will ich zu den Manaro - Kraterseen und zum Vulkan auf 1400 m Höhe aufsteigen.
Auf meine Frage, wie denn der Weg dorthin sei, antwortet mein Gastgeber, daß er alles organisieren werde, er selbst aber nocht nicht dortgewesen sei. Maximal 2 - 3 Stunden würde man für den Aufstieg benötigen, der aber möglicherweise steil sei ...
Er habe aber für 4 Uhr früh einen Fahrer bestellt (?). Wieso um 4 Uhr früh aufbrechen, wenn der Aufstieg nur 2 - 3 Stunden dauert, die ganze Tour vielleicht in 6 Stunden erledigt ist ?
Hier hatte ich schon Bedenken.
Um 3.30 weckt mich mein Gastgeber schon am nächsten Tag, dem 9. Tag meines Vanuatu-Aufenthaltes.
Wohin wir den fahren ? Etwas näher zum Berg ....
Da ist er wieder der freundliche und wohl einzige "Taxi"fahrer von Westambae.
Der einarmige Chauffeur hat nur die linke Hand zum Steuern seines Toyota-Allrad-Pickups.
Wenn er schalten muß, läßt er halt kurz das Lenkrad los. Schnell kann er ohnehin nicht fahren, auf diesen haarsträubenden Pisten. Allerdings jetzt in der Nacht kommt noch ein Handicap hinzu.
Der Toyota ist schon sehr in die Jahre gekommen und hat natürlich auch kein Licht mehr ....
Also springt mein Gastgeber auf die Ladefläche mit einer Taschenlampe bewaffnet und leuchtet dem
einarmigen Chauffeur den Weg durch die stockdunkle Nacht über Urwaldpisten entlang ....
Ich hätte bei dieser spärlichen Beleuchtung nicht einen Meter weit sehen können, was zumindest als Passagier auch besser gewesen ist ...
Schließlich komme ich in einem Dorf an, wo man einen Guide für den Vulkantrekk aus dem Schlaf holt und los kann's gehen.
Zuerst verläuft der Weg noch einfach und flach. Schließlich wird's jedoch unangenehmer.
Durch dichtes Gestrüpp kämpfen wir uns (das heißt ich, der Guide mit der Machete hat kein Problem) auf immer steileren und schlammigeren, rutschigeren Pfaden, die nicht den Namen verdienen Meter um Meter nach Oben. Als wir nach 3 1/2 Stunden eigentlich gemäß Zeitplan schon oben beim Kratersee sein sollten und ich den Guide zaghaft frage, wo wir denn seien und wie weit es denn noch sei, erhalten ich die ernüchternde Antwort, daß wir noch nicht einmal die Hälfte des Weges geschafft hätten ....
1400 Höhenmeter bewältige ich bei uns in den Bergen auch problemlos in ein paar Stunden, aber auf schön angelegten Wanderwegen, nicht auf rutschigen Urwaldpfaden, wo man bei jeden Schritt zurückrutscht...
Also beginne ich zu rechnen, daß der Aufstieg bei diesen Verhältnissen wohl 7 - 8 Stunden dauern würde, oder noch länger und dann müßte man ja noch absteigen ,weil ich am nächsten Morgen, ja weiterfliegen muß. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die Tour enttäuscht abzubrechen.
Wiedereinmal habe ich auf die Zeitangaben der Einheimischen vertraut ...
Im Lonely Planet Guide Book lese ich, daß man den Aufstieg besser vom Norden macht, weil dort die Pfade weniger steil ansteigen und man ein paar Hundert Höhenmeter ins Gebirge bis zum "Last Stop Bungalow" fahren kann.
Aber in Vanuatu ist es schwierig solche Unternehmungen zu planen, weil auch oft die Einheimischen selber keine Ahnung haben, von wo man am einfachsten und besten aufsteigt.

Aufstieg zum Manaro - Craterlake

Versuchter Aufstieg zu den Manaro - Craterlakes - Wo verläuft hier der Pfad ?
Trotzdem entschädigt der Weg durch schöne Ausblicke auf die Küste

Blick vom Regenwald auf die Westküste von Ambae

Nach dem gescheiterten Aufstiegsversuch, genehmige ich mir zurück im Guesthouse ein reichhaltiges und köstliches Abendessen, bestehend aus Reis, Taro und Fisch, zubereitet von meinem freundlichen Gastgeber, bevor ich am Tag 10 zur größten Insel nach Espirito Santo fliege.
Hier auf Santo wie es die Einheimischen nennen, befindet sich mit Luganville die 2. Stadt auf Vanuatu. Immerhin 10.000 Einwohner wohnen hier. Für die lokalen Verhältnisse eindeutig eine Metropole und der Verkehrsknotenpunkt der Vanair für die Flüge zu den nördlichen Inseln.

Am Tag 11 mache ich eine Millenium Cave - Tour.
Auf meine Frage nach dem benötigten Schuhwerk bekomme ich wieder wiedersprüchliche Antworten. Turnschuhe seien okay. Nein feste Wanderschuhe unbedingt ...
Ich laße mich auf nichts mehr ein und ziehe die Wanderschuhe an.
Zuerst fährt man mit dem Auto ca. 1 Stunde bis zu einem vorletzten Dorf, dann geht's zu Fuß bis zum letzten Dorf weiter, wo man mit Guide eine weiter Stunde bis in die Nähe der Höhle auf flachem und einfachem Terrain weitermarschiert.
Schließlich klettert man auf mehreren naßen und klitschigen Holzleitern zum Höhleneingang hinab.
Hier watet man ca. 1/2 Stunde durch hüfttiefes Wasser durch die Höhle bis zum Ausgang.
Weiter gehts über glitschige und rutschige Felsen zu mehreren zu durchschwimmenden Flußabschnitten, bevor man wieder über zahlreiche Holzleitern hinaufklettert und schließlich nach einer weitern Stunde Fußmarsch das Ausgangsdorf zu erreichen.
Alles in allem eine schöne, wenn auch nicht ganz ungefährliche Canyoning - Tour, bei der man aber ohne wasserdichtes Gehäuse die Foto- und Videokamera nicht verwenden kann. Auch etwas, auf das man bei der Buchung der Tour nichtg hingewiesen wurde ...
Zudem hat es heute fast andauern wie in Strömen geregnet, aber das ist auch egal. Schließlich wurden die Flußabschnitte mit voller Bekleidung durchschwommen :-)

Tag 12 mache ich dann eine Bustour entlang der Ostküste von Santo.
(Die Westküste hat kaum befahrbare Straßen).


Dichte tropische Vegetation

dichte tropische Vegetation auf Espirito Santo

Ein Blue Hole (ein tiefblauer Wassertümpel)

Bluehole auf Espirito Santo

und der Champagne Beach

Der Champagne Beach

sind die touristischen Höhepunkte auf Espirito Santo.

Am Tag 13 bringt mich die Vanair von Santo auf meine letzte Insel in Vanuatu - nach Norsup auf Malekula.

Hier gibt's folkloristische Vorführungen der Big-Nambas

Big Namba - TanzvorführungBig Namba Frauen

und der Small Nambas zu sehen

Small Namba - TanzvorführungSmall Nambas - FolkloreDie Small Nambas auf MalekulaSmall Nambas Small Nambas

Aber nicht nur kulturelle Highlights hat Malekula zu bieten, sondern auch schöne Naturschauspiele.
Hier etwa ein schwarzer Sandstrand.

schwarzer Sandstrand auf Malekula

tropische Pflanzen

tropische Pflanzen auf Malekula

und Früchte

tropische Früchte

und deren Samen am Strand

Früchtesamen

Auf der vorgelagerten Insel Rano erleben wir eine herrliche tropische Vegetation

tropische Vegetation auf Rano

geschnitzte Figuren deuten auf ein kulturelles Zentrum hin

geschnitzte Figuren auf Rano

von Moos überwucherte große flache Steine

von Moos überwucherte große flache Steine

die um einen großen Banyon-Baum angeordnet sind

großer Banyon Baum auf Rano

dienten zum Zerteilen von großen Mengen von Fleisch, daß von den Ästen dieses Baumes hing.
Was für Fleisch ?
Jenes von diesen Knochen ...

Menschenknochen auf Rano

Rano war Zentrum des Kannibalismus auf Malekula.
Bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde dies dort angeblich praktiziert.

Aber die Insel hat auch noch angenehmere Seiten zu bieten. Auslegerkanus am Sandstrand. Südseekompatibler gehts nicht mehr :-)

Auslegerkanu am Südseestrand von Rano

Herrlich war hier nochmal das Baden und Schwimmen in diesem warmen Wasser, bevor ich am nächsten Tag nach Vila zurückflog und im "Melanesian" meinen Vanuatuaufenthalt ausklingen ließ.

Viel hätte es noch zu sehen gegeben:
Die Insel Gaua, oder auch Santa Maria genannt, in der Bank's Gruppe hätte mich noch interessiert, mit Ihrem großen See, dem Lake Letas und dem vielleicht leichter zu erreichenden Vulkan.
Die Insel Ambrym mit Ihren "Zaubereren".
Die südlichste Insel Vanuatus Aneytium mit der vorgelagerten Insel Mystery Island
Die Insel Epi mit Ihrer Seekuhpopulation, usw. usf ...
Es gibt halt einfach zu viel Inseln hier in Vanuatu :-

Mehr Bilder insgesamt 401 befinden sich im Fotoalbum.

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